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Palm legt enttäuschende Zahlen vor

21.09.2001 | 00:00 Uhr |

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der PDA-Anbieter Palm hat gestern nach US-Börsenschluss die Zahlen für das erste Quartal seines laufenden Geschäftsjahres veröffentlicht. In der Bilanz weist das Unternehmen einen Nettoverlust von 32,4 Millionen Dollar oder sechs Cent pro Aktie aus nach 17,3 Millionen Dollar oder drei Cent je Anteilschein Gewinn im Berichtszeitraum des Vorjahres. Der operative Verlust betrug 38,7 Millionen Dollar oder sieben Cent pro Aktie und lag damit geringfügig unter den (ohnehin reduzierten) Erwartungen der Analysten, die laut First Call/Thomson einen Fehlbetrag von neun Cent je Anteilschein erwartet hatten. Im Vorjahresquartal meldete Palm einen operativen Gewinn von 23,9 Millionen Dollar oder vier Cent pro Aktie. Der aktuelle Quartalsumsatz ging gegenüber dem Vorjahreszeitraum (401 Millionen Dollar) um 47 Prozent auf 214,3 Millionen Dollar zurück; die Analysten hatten hier auf 207,9 Millionen Dollar getippt. Palm verkaufte im Laufe des Quartals insgesamt 750.000 Geräte. Die Barreserven der Company fielen von 518,3 auf 321,2 Millionen Dollar.

Schon im Verlauf des Handelstags vor der Bekanntgabe der Zahlen gab der Kurs der Palm-Aktie um 14 Prozent auf ein neues 52-Wochen-Tief von 2,15 Dollar nach. Aufgrund der wirtschaftlichen Gesamtsituation und dem nach den Terroranschlägen gesunkenen Verbrauchervertrauen in den USA erwartet Palm auch im laufenden Quartal noch rote Zahlen. Bislang hatte das Unternehmen für seinen saisonal traditionell stärksten Dreimonatszeitraum die Rückkehr in die Gewinnzone angepeilt. Aufgrund der unsicheren Situation wollte CEO (Chief Executive Officer) Carl Yankowski keine Prognose wagen, wann Palm wieder Gewinne schreibt. Er gab ferner bekannt, der geplante neue Wireless-Handheld (Computerwoche online berichtete) werde zunächst auf Eis gelegt. Dafür liege man bei der Portierung des Palm OS auf die ARM-Prozessorarchitektur im Plan. Das Betriebssystem werde in den Bereichen Multimedia und Kommunikationsfähigkeit ausgebaut, bleibe aber in jedem Fall abwärtskompatibel zu bestehenden Anwendungen.

Palm kündigte ferner an, es werde seine eigentlich für Ende Oktober geplante Entwicklerkonferenz "Palmsource" auf Ende dieses oder Anfang kommenden Jahres. David Nagel, Chef der Platform Solution Group, begründete die Entscheidung mit Rücksichtnahme auf die Betroffenen der US-Terroranschläge.

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