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Palm übernimmt Be für 11 Millionen US-Dollar

17.08.2001 | 00:00 Uhr |

Jean-Louis Gassee hat einen Käufer für seine Firma Be gefunden. Palm will Multimedia- und Internetfähigkeiten von Be-OS womöglich für künftige Handhelds nutzen.

München/Macwelt - Überraschend tauchte das Gerücht auf, dass der Softwarehersteller Be zum Verkauf steht. Licht ins Dunkel brachte nun die Meldung, dass der Be-OS-Entwickler für 11 Millionen US-Dollar nun ein Teil des Handheldproduzenten Palm ist. Die offizielle Bestätigung für die Transaktion brachte Be gestern in der Informationssparte seiner Web-Seite, heute gab es auch eine offizielle erklärung des Käufers. Der Kaufpreis wurde durch einen Aktienpaket des Handheld-Herstellers beglichen.

Der Gründer und CEO der Softwareschmiede Be, Jean-Louis Gassee soll während einer nicht näher spezifizierten Integrationsphase Palm "als Berater zur Verfügung stehen. Ausserdem will die 3Com-Tochter dem Be-Entwicklerteam "Angebote zur Weiterbeschäftigung unterbreitet" haben. Über die genauen Pläne Palms mit dem neu erworbenen Betriebssytem und der zugehörigen Mannschaft lässt sich vorerst nur spekulieren. Wie Palm-CEO Carl Yankowski erläutert, wolle man die Multimedia- und Internetfähigkeiten von Be-OS dazu nutzen, um für das Betriebssystem "größere Märkte" zu erschließen.

Jean-Louis Gassee, bis 1990 Chef der Forschungsabteilung von Apple hatte nach seinem überraschenden Ausscheiden in Cupertino mit einigen anderen ehemaligen Apple-Entwicklern die Firma Be gegründet. Das Multimediabetriebssystem Be-OS lief zu Beginn auch auf Power-PC-Maschinen und wurde später auf Intel portiert. Die Unterstützung für Apple- Rechner hat Be im Lauf der Zeit wegen der schlechten Informationspolitik der Firma aus Cupertino eingestellt, es war nach Aussagen der Gasse-Company nicht möglich, von Apple Spezifaktionen zu erhalten, um das alternative Betriebssystem auch auf G3-Rechnern zum Laufen zu bringen.

Experten hatten 1997 damit gerechnet, dass Apple während der als "Copland-Krise" bekannt gewordenen Konfusion in der Betriebssystem-Strategie Be aufkaufen wolle, um Be-OS als Grundlage für die Neuentwicklung des Mac-OS zu verwenden. Anders als erwartetet kaufte der Mac-Hersteller allerdings die Firma NeXT von Apple Gründer Steve Jobs. mh/pm

Info: Be Internet: www.be.com

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