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Panther auf leisen Pfoten

26.06.2003 | 11:39 Uhr |

Eindrücke aus San Francisco: Zwischen heller Begeisterung über die neuen Power Macs und der konstruktiven Atmosphäre in den Sessions der WWDC 2003 in San Francisco.

Vielleicht liegt es am gemäßigten Klima in San Francisco, dass die Begeisterung unter den WWDC-Teilnehmern seit Montag nicht abebben möchte. Dabei sind es nicht einmal nur die neuen, schicken Power Macs, die so manchen Entwickler den Kopf höher tragen lässt; Und auch nicht nur die Taktraten der CPUs, die die Herzfrequenz der Entwickler beschleunigt. Der Panther avanciert zum Thema Nummer Eins in San Francisco.

"Wir haben verstanden" könnte auch der übergeordnete Slogan lauten, den die Produktmanager und Entwickler bei Apple ihren Sessions gegeben haben. Doch nicht nur die Fehlerbereinigungen bewegen die WWDC-Teilnehmer. In erster Linie gelten neue, sinnvolle Funktionen und die von Steve Jobs präsentierte Benutzer-Fokussierung im Finder und auch im übrigen Betriebssystem als herausragende Merkmale des nächsten System-Updates. Das sorgt für positive Stimmung und erleichtert die Arbeit der Programmierer.

Geschwindigkeit als Feature

So wie der am Montag frei gegebene Safari-Browser in der finalen Version 1.0 beweist, dass Updates Programme nicht zwangsläufig langsamer machen müssen, sondern ganz im Gegenteil einen Geschwindigkeitsvorteil mit sich bringen, so haben die Entwicklungsabteilungen bei Apple die Geschwindigkeit in Panther zur Maxime gemacht. Hier scheint sich zu bewahrheiten, was bereits im letzten Jahr von den Mac-OS-X-Ingenieuren zu hören war: Man sei erst am Anfang der Optimierung.
Nahezu jeder Bestandteil und jede zentrale Stelle des Betriebssystems wird in Panther auf Performance gemessen und optimiert. Da wohl noch beinahe ein halbes Jahr Entwicklungsarbeit bis zum Erscheinen liegt, darf man sich nicht nur vom schnelleren Prozessor einen spürbaren Geschwindigkeitszuwachs erwarten. Das heißt, nicht nur die stolzen Besitzer der neuen Rechnergeneration werden von Panther profitieren - Apple denkt auch an seine Legacy-Macs, denn schließlich wird Mac-OS X 10.3, wie schon seine Vorgänger, lediglich einen G3-Prozessor voraussetzen. Und auf diese Basis gilt es Rücksicht zu nehmen.

Safari als gutes Beispiel

Das von Jobs angekündigte Web Kit, das systemweit allen Applikationen ab sofort zur Verfügung steht, die HTML-Code rendern, trägt einen wesentlichen Teil zur schnelleren Bildschirmdarstellung bei. Profitieren werden davon in erster Linie wohl Mail und andere E-Mail-Clients, der Help Viewer aber auch Sherlock. Damit hat Apple bewiesen, wie sich aus der Kombination aus Open-Source-Code und der hausinternen Optimierung und Anpassung ein gutes Stück Software schmieden lässt, von dem letztlich die gesamte Benutzeroberfläche in weiten Teilen profitiert.

Neue Funktionen

Exposé und das neue Finder-Konzept werden sich nachhaltig auf die Orientierung der übrigen Software auswirken - so viel steht fest. Dass der Benutzer ab sofort im Mittelpunkt steht, wird uns zwar anfangs einiges Umdenken und eine Neuorientierung in der täglichen Arbeit abverlangen, dafür sollte sich mittelfristig der Umgang mit Mac-OS X erheblich erleichtern. Was selbst in so kleinen Applikationen wie iChat stecken kann, haben die Entwickler aus Cupertino bewiesen. Panther steckt voll von solch kleinen Überraschungen. Bleibt für uns nur die Hoffnung, dass Apples Optimierer noch ordentliche Arbeit leisten, bis der Rest von uns die Vorzüge des Panthers genießen darf. Die vagen Aussagen bis zum endgültigen Roll out, verheißen einerseits zwar eine längere Wartezeit als ursprünglich gedacht andererseits wird Apple uns dann ein rundes System-Update liefern, das seinem Codenamen alle Ehre macht und die Begeisterung ein zweites Mal aufflammen lässt.

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