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Papst zum Internet-Freund bekehrt

15.05.2002 | 11:30 Uhr |

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Nach seinen bislang eher kritischen Bemerkungen zum Internet hat sich Papst Johannes Paul II. am vergangenen Sonntag öffentlich als Freund des neuen Mediums bekannt. In seiner Ansprache auf dem Petersplatz in Rom erklärte das 81-jährige Oberhaupt der Katholischen Kirche: "Ich habe mich entschlossen, ein großes neues Thema für dieses Jahr vorzuschlagen: Das Internet - ein neues Forum zur Verbreitung des Evangeliums." Auch an der Kirche seien die jüngsten Fortschritte im Bereich Kommunikation und Information nicht spurlos vorübergegangen. Nun wolle man die bislang ungeahnten Möglichkeiten dafür nutzen, das Wort Gottes unter die Menschen zu bringen. Während der Papst noch im Januar davor gewarnt hatte, dass das Internet nicht nur das Gute sondern vor allem das Böse im Menschen hervorbringen könne, und eine staatliche Regulierung des Web gefordert hatte, sagte er nun: "Wir sollten keine Angst davor haben, das weite Meer der Information zu befahren." Nur so könnten gute Nachrichten die Herzen der Frauen und Männer im neuen Jahrtausend erreichen.

Der Vatikan betreibt seit langem seine eigene Homepage. Im vergangenen Jahr verschickte Papst Johannes Paul II. zum ersten Mal eine E-Mail über das Internet. Gerüchten zufolge sucht die Katholische Kirche zudem nach einem Schutzpatron für das Web. (ka)

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