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Patent auf E-Mail-Versand von Lucent

01.06.2006 | 15:32 Uhr |

Ein Patent auf den strukturierten Versand elektronischer Sprach- und Textnachrichten hat den No-Softwarepatents-Awards des Monats Mai gewonnen. Die Organisatoren der Kampagne wollen auf gefährliche Software-Patente aufmerksam machen.

Zu den Organisatoren der Aktion gehören 1&1, GMX, MySQL, Red Hat sowie CAS. Nach Meinung der Initiatoren dieser Preisverleihung verletzt jedes E-Mail-Programm, das auch Anhänge versenden kann, gegen das Patent der Firma Lucent.

Der Netzwerk-Ausrüster hat in einer kurzen Stellungnahme erklärt, das Patent beziehe sich auf strukturierte Sprachnachrichten, nicht aber auf E-Mails. Die Preisverleiher verweisen jedoch darauf, dass in der Patent-Beschreibung zwar von Sprachnachrichten („voicemail“) die Rede ist, der Hauptanspruch des Patents sich aber auf das Versenden jeder Art von strukturierten elektronischen Nachrichten beziehe.

Jens Mundhenke, Forscher am Institut für Weltwirtschaft an der Uni Kiel, kritisierte Patente auf technische Standards, die bei einer strengen Auslegung dem Patentinhaber die exklusive Nutzung zusprechen. Auf diese Weise würde der Wettbewerb behindert. Mundhenke fordert einen rechtlichen Schutz für Kompatibilität und Interoperabilität von Technologien.

Im Juni kann man wieder fünf neue Software-Patente zum „Patent des Monats“ wählen. Unter anderem ein Patent, um Fernsehprogramme anhand des Tons zu identifizieren, oder ein Patent zur webbasierten Dokumentenverwaltung.

Info: Heise-online.de

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