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Motorola wehrt sich gegen Microsoft: Neue Patentklage

12.11.2010 | 07:22 Uhr |

Die Flut an Patentklagen auf dem hart umkämpften Smartphone-Markt nimmt kein Ende. Nun hat Motorola zum Schlag gegen Microsoft ausgeholt.

US-Patent- und Markenamt
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Das Handy-Urgestein bezichtigt den weltgrößten Softwarekonzern, insgesamt 16 seiner Ideen geklaut und quer durch seine Produktpalette verwendet zu haben, neben Mobiltelefonen auch im PC-Betriebssystem Windows, bei den E-Mail-Programmen Exchange und Outlook sowie der Spielekonsole Xbox.

Motorola-Manager Kirk Dailey machte am späten Mittwoch (Ortszeit) keinen Hehl daraus, dass der Vorstoß eine Antwort auf Microsofts Klage von Anfang Oktober ist. Damals hatte Microsoft dem Konkurrenten vorgeworfen, neun seiner Patente zu verletzen. Sie drehten sich um die Benennung von Dateien bis hin zur Verwaltung von Kontakten. Mit seiner eigenen Klage wolle Motorola diejenige von Microsoft stoppen, sagte Dailey.

Motorola setzt bei seinen Smartphones auf das von Google entwickelte Handy-Betriebssystem Android. Microsoft hatte jüngst sein Windows Phone 7 dagegen gestellt. Erst am Dienstag hatte Microsoft seine Gangart gegenüber Motorola verschärft, als der Konzern dem Konkurrenten in einer weiteren Klage vorwarf, unangemessene Lizenzgebühren zu erheben. Dabei ging es vor allem um WLAN-Techniken und Videokomprimierung, wie Microsoft sie in seiner Xbox verwendet.

Als besonders klagefreudig hat sich Apple erwiesen. Der kalifornische Elektronikkonzern liegt sich mit Motorola, HTC und Nokia in den Haaren. Der Softwarekonzern Oracle streitet sich mit Google wegen Android. Derzeit läuft ein Verteilungskampf auf dem schnell wachsenden Smartphone-Markt. Zu allem Überfluss tummeln sich auch noch sogenannte Patent-Trolle in der Branche, deren einziges Ziel es ist, mit Klagen Geld zu machen.

Das Prinzip der Patentklagen, die mit Gegenklagen beantwortet werden, ist es meistens, klare Verhältnisse zu schaffen. Diese Klagen werden in der Regel außergerichtlich beigelegt, indem sich die Parteien auf ein gegenseitiges Nutzungsabkommen einigen oder Lizenzzahlungen aushandeln. Damit sind die gegenseitigen Ansrpüche und Forderungen dann aus der Welt. (dpa, pw)

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