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Eric Schmidt: "Warum verklagt Apple nicht Google direkt?"

06.12.2012 | 10:14 Uhr |

Googles ehemaliger CEO und heutiger Aufsichtsratsvorsitzende Eric Schmidt hat in einem Interview mit dem Wall Steet Journal sein Verwundern darüber ausgedrückt, dass Apple Google wegen Android nicht direkt verklage und stattdessen etwa Samsung und HTC vor den Kadi gezerrt habe.

Der Patentstreit - in Form eines Stellvertreterkrieges - werde wohl noch eine Weile weitergehen, meint Schmidt . Die Beziehungen zu Apple seien in den letzten Jahren immer wechselhaft gewesen, erklärt das ehemalige Mitglied von Apples Verwaltungsrat: "Natürlich hätten wir sie weiter an Google Maps festhalten sehen. Und dann schmeißen sie auch noch Youtube vom Homescreen des iPhone. Ich bin mir nicht sicher, warum sie das getan haben."

Dem Streit, den Steve Jobs gerne mal als "thermonuklearen Krieg" gesehen hätte, nimmt Schmidt indes die Schärfe. Der Disput sei nicht mit Sandkastenstreitigkeiten zu vergleichen, eher wie die Dissonanzen zwischen Staaten: "Der erwachsene Weg, eine Firma zu führen, ist es, das wie mit einem Land zu tun. Man mag Dispute haben, obwohl man gleichzeitig viel Handel miteinander treibt. Man wirft aber nicht gegenseitig Bomben aufeinander." Sowohl Tim Cook und Larry Page hätten als Nachfolger von Steve Jobs und ihm, Schmidt, dieses "staatsmännische" Verständnis. Bei bilateralen Treffen arbeite man vor allem eine lange Themenliste ab.

Auch über gegenseitige Lizenzen spreche man stets, der Konflikt werde noch eine Weile andauern, aber nicht zum Schaden Googles oder Apples. Unter den Patentkriegen würden vor allem junge Startup-Unternehmen leiden, bedauert Schmidt.

Unter Apples Produkten fürchtet Schmidt am meisten Siri, da es eine Konkurrenz zu Googles Kerngeschäft, der Suche, darstelle. Mit Microsofts Windows 8 und Windows Phone 8 habe er sich hingegen noch nicht ausführlich beschäftigt. Microsoft habe sich in diesem neuen Marktsegment bisher nicht als Trendsetter hervorgetan.

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