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Patentstreit zwischen Apple und Creative könnte weit reichende Folgen haben

12.06.2006 | 12:47 Uhr |

Die Aussichten Creatives, seinen Prozess gegen Apple zu gewinnen und wegen Verletzung des Zen-Patents Schadensersatz zu erhalten und gegen Apple einen Verkaufsstopp zu verfügen, sind nach Ansicht von Experten äußerst gering.

Creative Zen M
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Der Patentstreit, in dem Apple mit einer Gegenklage wegen der Verletzung von vier Patenten reagiert hat, könne jedoch weit reichende Auswirkungen auf den MP3-Player-Markt haben. Bisher sei lediglich klar, dass sich der Streit der beiden Firmen über Jahre hinziehen werde.

Irv Rappaport, Direktor des Marktforschungsunternehmens IPCheckups, das sich auf die Auswertung von Patenten spezialisiert hat, sieht die jüngsten Entwicklungen in den Prozessen gegen eBay und dem Black-Berry-Hersteller Research in Motion als Indikator für Creatives geringe Chancen. Ein Patentprozess um Software gehe mit einer Wahrscheinlichkeit von lediglich 20 Prozent durch alle Instanzen. Sollte Apple eine geringe Chance dafür sehen, dass Creatives Patent gültig sei und mit einer Verurteilung zu rechnen habe, werde sich der iPod-Hersteller um einen vergleich bemühen und die Technik lizensieren, meint der ehemalige Mitarbeiter von Apples Rechtsabteilung.

Der Patentprozess kommt beiden Unternehmen teuer, Experten rechnen mit anfallenden Gebühren und Anwaltskosten von fünf bis zehn Millionen US-Dollar. Dabei werde Apple die Kosten leichter tragen können als der in wirtschaftlichen Schwierigkeiten steckende Konkurrent Creative, meint Rappaport. Creative werde die fünf bis zehn Jahre, die der Prozess dauern werde, kaum überleben.

Creative hat zudem angekündigt, sein Zen-Patent mit aller Macht zu verteidigen und auch andere Hersteller von MP3-Playern zu verklagen, die Songs in hierarchischen Menüs anordnen. Sofern Creative sich vor Gericht gegen Apple nicht durchsetzen kann, sinken die Chancen gegen andere Hersteller bedeutend. Daher halten Rechtsexperten es für einen überraschenden Zug von Creative, sich als Gegner zuerst den Marktführer mit seinen prall gefüllten Kriegskassen ausgesucht zu haben.

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