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Peavey in der Garageband-Ära

30.03.2007 | 12:19 Uhr |

Nicht erst seitdem Apple Anfang 2005 das Einsteiger-Musikprogramm Garageband herausgebracht hat und Stenberg mit „Sequel“ kontert, ist die Musikbranche im Umbruch. Digitale Aufnahmen und Tonmischungen sind mittlerweile jedermann möglich, die Ansprüche an etablierte Hersteller steigen. Unsere Kollegen von Macworld haben sich mit Hartley Peavy unterhalten, dem Gründer des Hardware- und Softwareherstellers für Musikinstrumente, Verstärker und Elektronik Peavey.

Nicht nur Musik-Label haben sich an die neue Ära von Musikern anzupassen, die mit Apples Garageband und ähnlichen Tools auf Einsteiger- und semiprofessionellen Level arbeiten (seit dieser Woche neu: Steinberg Sequel ), auch etablierte Hardwarehersteller wie Peavey müssen ihren Platz in der neuen Welt der Heimstudiomusiker finden.

„Mit ist wichtig, den Leuten das zu geben, was sie wollen,“ erklärt der Peavey-Gründer Hartley Peavey der Macworld. „Du sagst mir, was du willst und wenn es vernünftig und machbar ist, dann mache ich es. Unternehmen müssen einfach auf ihre Kunden hören.“

Peavey unterstreicht, diese Philosophie habe in den letzten 42 Jahren die Innovation in seiner Firma vorangetrieben. In den letzten paar Jahren hat sich das Unternehmen immer mehr darauf konzentriert, Anwendern qualitativ hochwertiges und bezahlbares Equipment in die Hand zu geben, das man ebenso im Heim-Studio verwenden könne. Damit habe man erst eine neue Generation von Musikern möglich gemacht.

„Als ich in das Geschäft gekommen bin, habe ich nicht gemeint, dass 200 oder 300 Prozent Profitrate erwartet wurden,“ sagt Peavey. „Wir stellen an uns selbst die Anforderung, nicht die größten oder die profitabelsten zu sein, sondern die besten. Das bedeutet für uns, anders sein zu dürfen – und das sind wir auch. Man kann nicht Preis mit Qualität gleichsetzen, nein, das kann man nicht.“

Peavey bietet Musikern Mischpulte im Preisbereich von 100 US-Dollar bis 1.500 US-Dollar für das High-End-Modell an, so könnten diese erst einmal anfangen, zu Hause Musik aufzunehmen und mit ihrem Equipment über die Jahre hin zuwachsen.

In Zusammenarbeit mit dem legendären Gitarristen Joe Satriani hat das Unternehmen erst kürzlich einen neuen Gitarrenverstärker namens JSX Mini Colossal herausgebracht. Zusätzlich zu seinen zahlreichen Funktionen bietet der Verstärker einen speziell für das Recording gedachten Output, der den authentischen Klang des Verstärkers einzufangen verspricht.

„Wir treten nicht an, um die Welt zur Digitaltechnologie zu bekehren – wir nutzen nur die beste Technik für den Job,“ beteuert Peavey. „Viele unserer Produkte und deren Funktionen sind direkte Folge dessen, dass wir auf den Kunden hören.“

Auch andere Peavy-Verstärker wie der JSX Head oder die Windsor -Linie lassen den Gitarristen direkt in das Mischpult und dann in den Computer seinen Sound aufnehmen.

„Das Interessante an Peavy ist, dass wir schon mehrere Wandlungen durchgemacht haben – der Firmenname bleibt gleich, aber die Firma hat sich wirklich geändert,“ sagt Peavy. „Nur sehr wenige Firmen hatten die Gelegenheit sich über 40 Jahre mit dem gleichen Management zu entwickeln, wir wollen weiter das Beste aus uns herausholen.“

Text: Jim Dalrymple, Macworld , Übersetzung: Peter Müller

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