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Peeple-App will Bewerten von Menschen ermöglichen

02.10.2015 | 10:11 Uhr |

Mit Peeple ist eine neue App angekündigt worden, die es den Nutzern erlauben soll, andere Menschen zu bewerten.

Es gibt Bewertungs-Apps für alle möglichen Dinge, wie etwa Produkte, Restaurants oder Hotels. Bisher hat sich niemand getraut, eine solche App zur Bewertung von Menschen zu veröffentlichen. Das wird sich nun offenbar noch in diesem Jahr ändern.

Mit Peeple ist nämlich nun die erste Bewertungs-App für Menschen angekündigt worden. Sie soll im November für iOS erscheinen. Das berichtet die Washington Post. Demnach wird es Peeple den Nutzern erlauben, andere Mitmenschen mit einem bis fünf Sternen inklusive einem "Test-Bericht" zu bewerten. Dazu soll der Nutzer der App nur den Namen einer Person eingeben müssen, die er über Facebook kennt und die er bewerten möchte. Die Chancen dazu stehen auch nicht schlecht: Immerhin nutzen rund eine Milliarde Menschen Facebook .

Die Nutzung der App erfolgt also über ein Facebook-Konto, so dass Peeple auf diesem Weg auch gleich alle Kontakte eines Nutzers kennt. Bei der Bewertung einer Person kann der Nutzer auch angeben, ob er die Person als Freund, Arbeitskollegen oder aufgrund einer "romantischen Beziehung" kennt. Die erste Bewertung für einen Menschen kann nur abgegeben werden, wenn der "Tester" im Besitz der mobilen Telefonnummer der Person ist. Auf diese Weise soll ein Missbrauch der App verhindert werden.

Den ersten Berichten zufolge sollten die bewerteten Personen keine Möglichkeit erhalten, eine Löschung der Bewertung zu verlangen, solange bei der Bewertung nicht gegen die Nutzungsbestimmungen der App verstoßen worden sei. Auch ein Löschen von negativen Bewertungen sollte nicht möglich sein. Mittlerweile scheinen die Macher der App aber aufgrund der ersten Resonanz auf die App zurückzurudern. Über Facebook teilen die Peeple-Macher mit, dass man das erste Feedback der Web-Gemeinde auf Peeple gehört habe. Was dies aber nun konkret bedeutet, bleibt offen.

Immerhin: Bevor eine negative Bewertung tatsächlich öffentlich gemacht wird, soll die Person, die negativ bewertet worden ist, 48 Stunden vorab informiert werden. Das Zeitfenster soll es den beiden Beteiligten ermöglichen, einen eventuell zwischen ihnen herrschenden Zwist zu schlichten.

Die Reaktionen auf der Peeple-Facebook-Seite auf die App fallen zum größten Teil äußerst negativ aus. Vor allem, weil nicht genau geklärt ist, wie Peeple einen Missbrauch der App für die Diffamierung von Menschen verhindern will. Die Peeple-Macher selbst verteidigen sich mit der Begründung, die App solle vor allem für den Austausch ehrlicher Kritik dienen und die positiven Eigenschaften der bewerteten Menschen hervorheben. Ein Facebook-Nutzer schreibt: "Ihr seid nicht ganz richtig im Kopf. Macht das dicht und lernt, dass die Menschen keine ***Spielzeuge sind, mit denen man Geld verdient." Ein Facebook-Nutzer schreibt, die Peeple-App werde in Zukunft für viele Selbstmorde verantwortlich sein. Andere Nutzer drohen bereits mit Klagen, falls es keine Möglichkeit geben sollte, eine Veröffentlichung einer Bewertung ihrer Person auf Peeple zu verhindern. In Europa könnte auch das "Recht auf Vergessen" eine Veröffentlichung von Peeple verhindern.

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