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Peer-to-Peer-Netze müssen illegale Dateitransfers unterbinden

09.08.2004 | 10:46 Uhr |

Bundesanwälte mehrere amerikanischer Staaten haben die Anbieter von Peer-to-Peer-(P2P-)Software angewiesen, den illegalen Tausch von Dateien zu verhindern sowie Nutzer auf die Gefahren des File-Sharing hinzuweisen.

In einem Brief heißt es, die Anwender solcher Programme müssten darüber in Kenntnis gesetzt werden, dass sie sich sowie ihre Kinder pornographischer Inhalte, darunter Kinderpornographie, aussetzen. Zudem beschuldigen die Justiziare die P2P-Systeme, sie würden Raubkopien von Software, Musik und Filmen ermöglichen, was der Software- und Unterhaltungsindustrie jährlich mehrere Milliarden Dollar Verlust bescheren würde. In dem Schreiben werden P2P-Anbieter erwähnt, die Anwender davor warnten, über die Programme urheberrechtlich geschützte Inhalte zu verbreiten.

Die Bundesanwälte kündigten an, generell rechtliche Schritte gegen solche P2P-Nutzer einzuleiten, die File-Sharing illegal betreiben. Damit seien die Hersteller aber nicht aus dem Schneider: Sie sollen ihre Programme anpassen und beispielsweise Content-Filter einbauen.

Repräsentanten der P2P-Anbieter reagierten gelassen auf das Schreiben. "Das sind keine neuen Themen und wir arbeiten bereits daran", sagt Adam Eisgrau, Leiter der Branchenvereinigung P2P United. Laut Eisgrau arbeitet die Organisation mit der amerikanischen Handelsaufsichtsbehörde Federal Trade Commission (FTC) zusammen, um Anwender über die Probleme des File-Sharing zu informieren. Allerdings hält Eisgrau wenig davon, die Software gemäß den Forderungen der Bundesanwälte umzuschreiben, da dies dem innovativen Gedanken der P2P-Technik zuwiderlaufe.

Ins selbe Horn bläst Marty Lafferty, Chef der Distributed Computing Industry Association (DCIA), eine Vereinigung, die unter anderem die Tauschbörse Kazaa vertritt. Seiner Meinung nach sollte die Entertainment-Industrie auf die P2P-Anbieter zugehen und deren Lösungen als Vertriebskanal nutzen, statt nur deren Abschaffung zu fordern. Der Brief ging an P2P United, DCIA, Grokster, Lime Wire, Sharman Networks (Kazaa) und andere Vertreter der Branche (fn)

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