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Pentagon: iPhones und Android-Smartphones statt Blackberry

05.11.2012 | 06:36 Uhr |

Nach dem Umstieg der US-Einwanderungsbehörde von Blackberrys auf iPhones drohen auch weitere - bisher exklusive - Regierungsverträge von RIMs zu bröckeln.

Bisher galt für Research in Motion das US-Verteidigungsministerium als sicherer Kunde, da nur das Smartphone Blackberry den Sicherheits-Anforderungen dort gewachsen war. Damit kann es in Zukunft aber vorbei sein, da jetzt auch andere Smartphone-Hersteller zur Bewerbung für die nächsten Verträge ab April 2013 eingeladen wurden, berichtet Reuters .

Nach Ablauf der bestehenden Verträge mit RIM werden im April neue Verträge für zunächst 162 500 neue Smartphones fällig, die sich auf bis zu 262 500 Geräte ausweiten können. Die Einladung an weitere Hersteller erging am 22. Oktober 2012, also genau dem Tag, an dem die US-Einwanderungsbehörde verkündete , seine Verträge nicht mit RIMS zu verlängern, sondern auf das iPhone umzusteigen.

Das bedeutet aber im US-Verteidigungsministerium keinesfalls das Aus für RIMS, da die Verwaltungs- und E-Mailsoftware dort für eine ganze Reihe von Smartphone-Modelle zugeschnitten ist und jede Zusammenstellung von verschiedenen Geräte unterstützt, berichtet ein Pressesprecher des Ministeriums . Insbesondere wird RIMS sich wieder um den Vertrag für Software-Management bewerben, da die Blackberry-Software Mobile Fusion auch iOS - und Android-basierte Geräte verwalten kann.

Dennoch zeigt die neue Entscheidung des US-Ministeriums, wie sehr ich der Markt für mobile Geräte in den letzten fünf Jahren weiterentwickelt hat. Damals konnte nur die Geräte und das Betriebssystem von RIMS die geforderten sicheren Netzwerkverbindungen garantieren und mutierte dadurch automatisch zum exklusiven Anbieter für viele US-Behörden und allen Privat-Firmen, die hohe Sicherheitsanforderungen stellten.

Apple hat in den letzten fünf Jahren aber stetig die Sicherheit und Konfigurations-Möglichkeiten seines iOS verbessert, wie zum Beispiel durch Einsatz von Hardware-unterstützter Verschlüsselung ( AES ) oder der Nachrüstung von Programmierschnittstellen für Verwaltungssoftware ( MDM ). Im Mai 2012 hat Apple ein Whitepaper über die Zuverlässigkeit von iOS auf seiner Webseite veröffentlicht.

Laut einem Test des MIT im August 2012 erreichte Apples mobiles Betriebssystem iOS einen Sicherheitsstandard zum Schutz der Privatdaten der Kunden, wonach es in vielen Situationen auch kriminaltechnischen Experten unmöglich ist, auf beschlagnahmten Geräten nach Daten zu fischen. Ein Bericht der Sicherheitsfirma Via-Forensic vom Dezember 2011 warnt aber, dass die Sicherheit der Daten von den Programmierern der Apps abhängt. So können dank der eingefügten Verschlüsselungsebenen zwar durch einfaches Umgehen der Passcode-Sperre keine Informationen gehackt werden, aber nur, wenn der Entwickler die Verschlüsselungs-Mechanismen auch explizit einsetzt und nicht etwa Privat-Daten "praktischerweise" im zugänglichen Web-Cache ablegt.

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