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Peoplesoft-Absage kein Grund zur Panik

01.10.2004 | 13:39 Uhr |

Die Deutsche Messe AG in Hannover sieht trotz der Absage der Branchengröße Peoplesoft für die CeBIT 2005 keinen Bedeutungsverlust der weltgrößten Computermesse.

Die Anmeldungen für die CeBIT im nächsten Jahr lägen aktuell um zwei bis drei Prozent über dem Vorjahreszeitpunkt, sagte Messe-Sprecher Eberhard Roloff am Freitag der dpa. Dagegen kritisierte der Marketingchef von Peoplesoft Deutschland, der Trend zu mehr Unterhaltungselektronik auf der CeBIT «hilft uns nicht weiter».

Peoplesoft, der weltweit zweitgrößte Firmensoftware-Hersteller (USA), teilte mit, 2005 auf der CeBIT nicht mit einem Stand vertreten zu sein. Das Unternehmen bestätigte einen Bericht der «Financial Times Deutschland». Peoplesoft wolle eine gezieltere Ansprache und einen direkteren Bezug zu den Fachkunden, sagte der Marketingchef von Peoplesoft Deutschland, Dieter Roskoni, auf Anfrage. «Wir haben bei der CeBIT zu viel Streuverlust.»

Roskoni sagte angesichts des Trends zu mehr Unterhaltungselektronik bei der CeBIT, viele Messe-Besucher würden sich nicht mehr für Peoplesoft interessieren. Das Unternehmen wolle sich daher künftig auf Fachkongresse und Spezialmessen konzentrieren. Durch die Absage des CeBIT-Auftritts spare Peoplesoft zudem eine Summe im oberen sechsstelligen Euro-Bereich ein. Der Softwareriese Microsoft dagegen hat noch keine Entscheidung über einen CeBIT-Auftritt 2005 getroffen. «Wir evaluieren regelmäßig unsere Messestrategien und -auftritte, so auch die CeBIT. Es ist hier aber noch keine Entscheidung pro oder contra CeBIT gefallen», teilte ein Sprecher von Microsoft Deutschland am Freitag in München auf Anfrage mit. Microsoft Deutschland-Geschäftsführer Jürgen F. Gallmann hatte den CeBIT-Auftritt 2005 am Mittwochabend in Frage gestellt - obwohl sich Microsoft bereits für die Messe angemeldet hat. Microsoft überlege «ernsthaft», ob nicht andere Veranstaltungen direkt mit den Kunden viel mehr brächten als die CeBIT, hatte Gallmann gesagt.
Aus Branchenkreisen war am Freitag aber zu hören, es gebe deutliche Signale dafür, dass Microsoft auf der CeBIT 2005 vertreten sein werde.

Bei der CeBIT 2004 war die Zahl der Aussteller um 200 auf rund 6400 zurückgegangen. Insgesamt kamen zu der siebentätigen Messe rund 510 00 Besucher. Zwar waren 2003 noch 560 000 Menschen gekommen, die Messe war damals aber noch einen Tag länger. Messe-Sprecher Roloff sagte am Freitag, die Messe sei gemeinsam mit der Computer- Industrie durch ein Tal der Tränen gegangen, die Lage der Branche habe sich aber wieder konsolidiert.

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