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Justizministerium zwingt Technologiefirmen zur Einigung in Abwerbeverfahren

27.09.2010 | 07:15 Uhr |

Zumindest in den nächsten fünf Jahren dürfen Firmen wie zum Beispiel Apple, Adobe, Intel und Google untereinander wieder wichtige Mitarbeiter abwerben. Die seit 2006 üblichen Abkommen zum gegenseitigen Abwerbe-Stop sind damit vorerst außer Kraft gesetzt.

05 Apple Logo blauer Himmel
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Das US-Justizministerium traf Ende letzter Woche eine Entscheidung , wonach Abkommen zum Abwerbe-Verbot von Mitarbeitern zwischen Technologie-Firmen ungültig sind. Electronista berichtet, dass Adobe, Apple, Google, Intel, Inuit und Pixar sich dieser Entscheidung fügen wollen. Für die Mitarbeiter bedeutet dies, dass sie jetzt - zumindest in den nächsten fünf Jahren - jederzeit spontane Jobangebote zum Beispiel per Telefon erhalten können, und nicht mehr vertraglich an eine Sperrfrist gebunden sind.

Apple hatte bereits seit 2006 mit Google, Adobe und Pixar Verträge für Abwerbe-Verbot im Einsatz. Google wiederum handelte ähnliche Bedingungen mit Intel und Inuit aus. Laut den Verhandlungen beteuerten alle Firmen, dass diese Abkommen zwingend notwendig sind, um Projekte durchführen zu können, ohne ständig den drohenden Verlust von wichtigen Mitarbeitern zu befürchten. Außerdem belgten die meisten Firmen eine eng verzahnte Mitarbeit: Bevor Apple mit Google in Streitigkeiten um Android ausbrach, arbeiteten die beiden Firmen sowohl an Haupt-Features des iPhones als auch Diensten wie Youtube und Anwendungen wie iMovie eng zusammen. Pixar und Apple arbeiteten zwar nicht direkt zusammen, aber Steve Jobs stieg 1986 bei Pixar als CEO ein und sitzt dort auch heute noch im Vorstand.

Das US-Justizministerium lehnte diese Argumentation ab, da letztendlich die Mitarbeiter darunter zu leiden haben. Freie Abwerbung führt zu stärkerem Wettbewerb und öffnet für die Angestellten Zugang zu besseren Karrieren und höheren Gehältern. Die Abkommen zwischen den Firmen waren nach Ansicht des Ministeriums viel zu allgemein formuliert und beschränkten sich weder bestimmte Projekte noch Zeitrahmen. Im Zusammenhang mit dieser Entscheidung gegen Abwerbe-Stop wurden keinerlei Strafzahlungen angesetzt.

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