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Apple sucht neuen Retail-Chef

15.11.2011 | 07:11 Uhr |

Ron Johnson, bei Apple lange Jahre als Senior Vice President für die Retail Stores zuständig, hat das Unternehmen zum 1. November verlassen, um CEO der Kaufhauskette J.C. Penney zu werden

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Apple hat noch keinen Nachfolger für den Vater der Apple-Stores gefunden. Laut Bloomberg sucht die Personalagentur Egon Zehnder International nach einem Nachfolger für Johnson, die Suche gestalte sich aber derart schwierig, dass Apple-CEO Tim Cook laut dem Analysten Neil Stern von McMillanDoolittle bereits über eine interne Lösung nachdenke. Berichte des Blogs 9to5Mac , nach denen der Personalchef der Stores Steve Cano aufrücken werden, habe Apple aber dementiert. "Die Suche geht mit großer Anstrengung voran, wir suchen Rons Nachfolger sorgsam aus," erklärt Apple-Sprecher Steve Dowling dem Wirtschaftsnachrichtendienst. Neben Cano arbeiteten Johnson noch der Vizepräsident für Retail Jerry McDougal und der für neue Standorte zuständige Bob Bridger eng zu.

Für Johnsons Nachfolger wird der Job ohnehin ein anderer sein, Johnson hat aus dem Nichts eine Ladenkette mit mittlerweile über 350 Niederlassungen weltweit aufgebaut. Der Nachfolger werde sich vor allem um die Expansion außerhalb der USA kümmern müssen, erklärt der Bernstein-Analyst Colin McGranahan. Die Kandidaten sind insgesamt rar, die Unternehmensberatung Russell Reynolds macht nur 64 Firmen aus, deren Retailchefs vergleichbare Aufgaben hätten. Voraussetzung seien Jahresumsätze von mindestens einer Milliarde US-Dollar und Geschäfte auf mindestens zwei Kontinenten. Darunter kämen nur fünf Firmen mit einem Umsatz, der vergleichbar mit den 108 Milliarden US-Dollar sei, die Apple derzeit in einem Jahr erreicht.

Ron Johnson hat laut Walter Isaacson Jobs-Biographie kurz vor der geplanten Eröffnung der Apple Stores eine wesentliche Idee zur Umgestaltung beigetragen. Statt die Läden um Apples Produktlinien zu bauen, sollte man besser die Lösungen in den Vordergrund stellen, also da, was die Kunden mit dem Computer anfangen wollen. Jobs habe nach Mitteilung dieser Erkenntnis vor Johnson zunächst einen Tobsuchtsanfall bekommen, vor versammelter Mannschaft ihm aber Recht gegeben - die Eröffnung der ersten Apple Stores hatte sich dadurch von Januar 2001 auf Mai 2001 verschoben.

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