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Pharma-Hersteller setzt auf ResearchKit bei Artzneimittel-Tests

18.07.2016 | 12:18 Uhr |

Nicht nur Unis und Kliniken entdecken für sich die kostenlose Schnittstelle ResearchKit, ein Pharma-Hersteller ist auch dabei.

GlaxoSmithKline ist ein britisches Pharmaunternehmen, laut der Branchenzeitung Pharmexec befand sich das Unternehmen mit dem Stand vom Juli 2015 auf dem Rang sieben unter den größten Pharma-Firmen der Welt. Nun will Glaxo in eigenen Studien auf die Gesundheitssoftware von Apple ResearchKit setzen. Laut Bloomberg hat die Firma vor kurzem eine Studie zur Auswirkung einer Arznei gegen Arthritis begonnen. Dabei wollen die Tester rund 300 Kranke innerhalb von drei Monaten beobachten. Die Teilnehmer sollen in Verlauf dieser Zeit ihren Zustand dokumentieren. Dies erfolgt nun über die neu entwickelte App Glaxo auf dem iPhone, dazu bietet das Programm noch Übungen für Gelenke, dank den Bewegungssensoren im iPhone kommen so die Tester auf standardisierte Messungen kommen. Die Studie ist nach Angaben von Bloomberg zunächst als Versuchsballon geplant, die Erkenntnisse daraus werden für neue und bessere klinische Versuche gebraucht.

Für das Pharmaunternehmen kann das neue Verfahren Kosten und Zeit sparen, birgt aber auch gewisse Risiken. Rob DiCiccio, der Leiter des digitalen Teams bei Glaxo, rechnet vor: "Mit der App sind die Kosten für die Unterbringung, aber auch für die Krankenschwester und Ärzte reduziert, die die Studie den Teilnehmer erklären und die Infos sammeln." Zu den Nachteilen zählt eine nicht so richtig repräsentative Zielgruppe bedingt durch den hohen Preis des iPhones. Die Nutzer können ebenfalls vergessen, selber die Infos in die App einzutragen. So entstehen die Lücken bei den Daten.

Kara Dennis von Medidata Solution Inc., einer Firma, die für Glaxo Daten sammelt und auswerten, sieht darin große Zukunft: "Die Technologie hat ein großes Potential bei der Rekrutierung der Studien-Teilnehmer. Es war manchmal sehr schwierig, für eine herkömmliche Studie Menschen zu engagieren. Sie mussten einen Urlaubstag bei der Arbeit beantragen, teilweise größere Strecken zurücklegen und sich zum Teil invasiven Messungen unterziehen." Bei einer iPhone basierten Studie fällt zumindest der Anreiseaufwand weg, wie aussagekräftig die Messdaten sind, müssen wohl die Firmen selbst entscheiden. Dass ResearchKit auch verwertbare Daten liefert kann, bestätigt eine neue App " Sea Hero Quest " von der Deutschen Telekom und University College London: Nach zwei Wochen in den Stores konnten die Spiele-App zur Demenzforschung eine Million Menschen herunterladen , dabei sind die Navigationsdaten zusammengekommen, für die rund 1500 Jahre Laborforschungen nötig wären.

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