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Phil Schiller im Interview mit Engadget

10.09.2007 | 08:41 Uhr |

Phil Schiller, Apples zweiter Mann und Steve Jobs liebster Gesprächspartner bei Keynotes, ist der Webseite Engadget in einem Interview Rede und Antwort gestanden.

Der "Senior VP of Worldwide Product Marketing", der schon bei mancher Demonstration im Moscone Center im wahrsten Sinne de Wortes den Kopf hinhalten musste, geht darin auf die neuesten Produkte und Entwicklungen im Hause Apple ein: auf iPod und iPhone, auf den iTunes Video Store und das neue Geschäft mit den Klingeltönen.

In Steve Jobs Keynote zu neuen iPods spielte Phil Schiller keine herausragende Rolle. Dafür äußert sich die rechte Hand des Apple-Chefs im Nachhinein gegenüber Engadget und beantwortet geduldig Fragen , auch wenn er auf zukünftige Entwicklungen wie in Cupertino üblich nicht eingeht. Das iPhone, stellt er klar, ist das Flaggschiff der iPod-Reihe und nicht getrennt davon zu betrachten. Ein Grund für diese Aussage könnte die Einführung des iPod touch sein, dessen größten Vorteil Schiller darin sieht, dass es ihn ab sofort überall auf der Welt zu kaufen gibt. So kann Apple die neue Technik aus dem iPhone schon jetzt einem breiteren Publikum zur Verfügung stellen. Unabhängig von langwierigen Verhandlungen mit den Netzbetreibern, mag das heißen, doch über die spricht Schiller nicht. Statt dessen wählt er ein anderes Bild: Durch die iPhone-Werbung, die die Bedienung des neuen Geräts über einen Touch-Screen bildlich vor Augen führt, habe man das neue Konzept bereits einem breiten Publikum in den USA nahegebracht. Der iPod touch, der sich auf dieselbe Weise bedienen lässt, kann sich folglich in ein gemachtes Nest setzen: Potentielle Käufer kennen das Prinzip bereits. Seit Erscheinen des Geräts fragt sich die macnews.de-Redaktion ohnehin, wie viele Touch-Besitzer wohl in der S-Bahn konzentriert in ihren iPod touch plappern werden, um einem staunenden Publikum ein iPhone vorzugaukeln. Doch wird es in Zukunft überhaupt noch reine Musik- und Videospieler ohne Telefonfunktionen geben? Auf diese Frage von Engadget gibt Schiller keine klare Antwort: Die iPods hätten bereits einen weiten Weg hinter sich - vom mechanischen Klickrad bis hin zum berührungsempfindlichen Farbbildschirm. Die weitere Entwicklung hänge zunächst weniger von der Hardwareausstattung ab als von der Software, die auf den Playern laufe. In aller Munde allerdings ist weiterhin Apples Weigerung, die Entwicklung von OS X-Software fürs iPhone und den iPod touch zu erlauben. Schiller verteidigt die Entscheidung, ausschließlich auf Web 2.0-Applikationen zu setzen. Sie seien die Zukunft und Apple versuche, Entwickler dafür zu begeistern. Zwar schließt auch Schiller eine Wende nicht kategorisch aus, doch derzeit scheint der Hersteller nicht an seiner Politik rütteln zu lassen. Gelassen sieht der Marketing-Chef indes dem Ausstieg von NBC aus dem iTunes Store entgegen: Das Geschäft laufe gut und der Store verfüge weltweit über die größte Auswahl - mit und ohne die Serien von NBC. Die Kritik an den Preisen für Klingeltöne gibt er an die Musikindustrie weiter: Sie habe von Apple verlangt, dass Anwender ein Musikstück zunächst kaufen müssen, um danach für den Klingelton noch einmal zur Kasse gebeten zu werden. Und was sagt Herr Schiller zum Google-Phone? Davon hat er nach eigenen Angaben noch nie etwas gehört. Darüber sollte er wohl auch nicht reden, wenn er Google-Chef und Apple-Aufsichtsratsmitglied Eric Schmidt bei der nächsten Begegnung noch in die Augen sehen möchte.

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