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Phil Zimmermann kehrt NAI den Rücken

21.02.2001 | 00:00 Uhr |

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Phil Zimmermann, Erfinder des populären Kryptografieprogramms "Pretty Good Privacy" (PGP), verlässt drei Jahre nach dem Verkauf seiner Firma PGP Inc. an Network Associates das Unternehmen. In einem Abschiedsbrief beteuert Zimmermann nochmals gegenüber der weltweiten Anwendergemeinde, alle in der NAI-Zeit entstandenen PGP-Versionen bis einschließlich zum aktuellen Release 7.03 enthielten keinerlei "Backdoors". Dies sei bis zur Version 6.5.8 durch die Veröffentlichung des Quellcodes belegt.

Zimmermann weist weiter darauf hin, das PGP als Prinzip ein durch das IETF RFC 2440 festgeschriebener Standard (OpenPGP) sei, selbst wenn Network Associates die Rechte am Markennamen sowie dem Sourcecode seiner eigenen Implementierung besitze. Er, so Zimmermann, werde künftig andere Firmen dabei unterstützen, OpenPGP in ihre Produkte zu integrieren und so eine echten Industriestandard zu etablieren. Das werde dem Produkt und letztlich auch NAI nur nützen.

Gegenwärtig arbeite er bereits mit Hush Communications ("Hushmail") und der Highware-Tochter Veridis zusammen. Außerdem habe er, so Zimmermann weiter, das "OpenPGP Consortium gegründet, das sich die Weiterverbreitung des Standards auf die Fahnen geschrieben habe.

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