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Photokina: Details zur E-300

29.09.2004 | 15:04 Uhr |

Die Kamerabranche lernt von Apple: An iPod mini erinnernde Farben von Einsteigerkameras und Geheimniskrämerei vor Vorstellung der Highlights.

Großformatige Plakate rund um das Photokina-Messegelände künden bereits über ein Produkthighlight von Olympus: Mit der E-300 bringt der japanische Kamerahersteller Ende diesen Jahres eine äußerst kompakte digitale Spiegelreflexkamera auf den Markt, die wie ihre große Schwester E1 den von Olympus und Kodak entwickelten Four-Thirds-Standard unterstützt. Der Preis soll sich inklusive dem 14 - 45 mm Zuiko Digital Zoomobjektiv um die 1300 Euro bewegen, steht bisher aber noch nicht fest.
Die kleine Bauform erreicht die E-300 mit einigen Tricks: So nutzt sie nicht wie herkömmliche Spiegelreflex-Kameras einen Pentaprisma-Sucher sondern einen TTL-Spiegelsuchersystem, das eine deutlich kleinere Bauform erlaubt. Auch klappt der Spiegel beim Auslösen nicht auf, sondern wird von der Kamera verschoben - eine zusätzliche Technik um Platz zu sparen.
Im kleinen Gehäuse steckt einiges Neues: Das Wichtigste sind der 17,3 x 13 mm große Full-Frame-Transfer-Bildsensor, der nun bis zu acht Millionen Pixel bei bis zu 36 Bit Farbtiefe einfängt und der gegenüber ihrer großen Schwester E1 flotteren Signalprozessor namens True Pict Turbo. Der Funktionsumfang muss sich gegenüber dem der E1 nicht verstecken, so bietet die Kamera beispielsweise neben manuellem und Autofokus auch die Möglichkeit des kontinuierlichen Fokus. Dabei stellt die Kamera sich auf ein anfixiertes Motiv scharf, auch wenn es seinen Abstand ändert. Übrigens schüttelt auch die E-300 wie die E1 per Ultraschall Staub vom Sensor, Supersonic Wave Filter nennt Olympus diese Technik. Damit ist Olympus der einzige Hersteller, der einen Reinigungsmechanismus für den Bilderfänger bietet. Dies konnten wir jedoch auf der Photokina nicht vollständig prüfen, da Olympus lediglich Vorserienmodelle im Gepäck hat.

Kommentar: Bei Apple abgekuckt?

Da hat Olympus anscheinend kräftig von Apple gelernt: Nicht nur, dass der japanische Kamerahersteller mit der µ mini DIGITAL eine schicke Kamera im ungewöhnlichem Design vorgestellt hat, die es zudem in verschiedenen Farben gibt - iPod Mini lässt grüßen. Auch präsentiert Olympus erst kurz vor der Photokina ihre eigentliche Photokina-Sensation, zu der vorher nichts weiter bekannt war. Das erinnert an Apples Strategie, zu Produkten vor deren Präsentation nichts zu sagen. Und wie bei Veranstaltungen mit Apple-Neuheiten kann man im Fall der Photokina 2004 kurz nach Bekanntgabe des Olympus-Highlights die E-300 an vielen großformatigen Plakaten bewundern. Auch andere Kamerahersteller haben von Apples Erfolg abgekupfert, so bietet Canon mit seinen Digital Ixus i5 ebenfalls bunte Hemdtaschen-Kameras an.

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