874802

Photoshop 6 inkompatibel mit Xpress

17.11.2000 | 00:00 Uhr |

Beschneidungspfade gehen verloren, importiert man eine in Photoshop 6 erstellte Datei in Xpress. Mit Indesign treten keinerlei Probleme auf - es könnte der Eindruck entstehen, dass Adobe und Quark Rivalitäten auf dem Rücken von Anwendern austragen.

Wer ein in Photoshop 6 gespeichertes Bild mit Freistellungspfaden in Xpress platziert, erlebt eine böse Überraschung: Die Layoutsoftware erkennt in den meisten Fällen die Pfade nicht. Einzige Ausnahme ist ein als Beschneidungspfad definierter Freisteller in einem als EPS gespeicherten Bild. Weder Beschneidungspfade in einem TIFF, JPEG oder einer Original-Photoshopdatei geschweige denn normale Pfade erkennt das Layoutprogramm. Im Dialogfenster "Ausschneiden" von Xpress kann man deshalb auch nicht mehr wie gewohnt zwischen verschiedenen Pfaden auswählen.

Bei der Gegenkontrolle in Indesign 1.5 treten diese Probleme nicht auf, das Programm erkennt wie bisher alle Pfade in allen Dateiformaten. Auch Freehand 9 versteht sich weiterhin darauf, einen Beschneidungspfad sowohl in einem EPS als auch in einem TIFF zu lesen und Illustrator 8 und 9 erkennen den Beschneidungspfad in EPS und in einer Photoshop-Datei.

Offensichtlich führen die Änderungen, die Adobe bei den Pfaden in Photoshop 6 vorgenommen hat um sie kompatibel zu neuen Funktionen in der Bildbearbeitung zu machen, dazu, dass Xpress die Pfadinformationen nicht mehr lesen kann. Auf einer Website von Quark, in der das Problem diskutiert wird, erklärt ein Adobe-Mitarbeiter, alle Änderungen seien im Rahmen der Spezifikationen und beträfen nur Bereiche im Dateiformat, die für zukünftige Entwicklungen reserviert waren.

Wenn Adobe auch in technischer Hinsicht keinerlei Schuld treffen sollte, bleibt für den Anwender der Eindruck, dass hier Rivalitäten zwischen zwei Firmen auf dem Rücken derjenigen ausgetragen wird, die tagtäglich mit beiden Programmen arbeiten und auf ein reibungsloses Zusammenspiel angewiesen sind. Adobe muss längst von diesen Problemen gewusst haben, oder testen die Entwickler ihre Programme nicht mit allen Standardanwendungen? Als Marketingaktion für Indesign ist die aktuelle Situation schlicht ein Schuss in den Ofen.

Thomas Armbrüster

Macwelt-Autor

0 Kommentare zu diesem Artikel
874802