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Photoshop CS3: Die nächste Generation

15.12.2006 | 15:00 Uhr |

"Mac Pros verkaufen sich wegen der noch ausstehenden Adobe CS3 fast gar nicht", klagt bislang noch mancher Apple-Fachhändler. Doch seit heute gibt es für alle Foto- und Grafik-Profis einen Grund mehr, auf die Intel-Plattform zu wechseln. Um ihnen die Wartezeit auf die Creative Suite 3 zu verkürzen, hat Adobe eine Betaversion von Photoshop CS3 zum Download freigegeben.

Gedacht ist sie anscheinend vor allem für Anwender der aktuellen Creative Suite 2 oder eines ihrer Bestandteile, denn nach zwei Tagen kostenlosen Testens muss man deren Registriernummer eingeben, um Photoshop CS3 weiter verwenden zu können. Erste Tester sprechen von einem überraschend stabilen Produkt und höherer Geschwindigkeit - nicht nur auf Intel-Macs. Auch wir haben bereits einen ersten Blick auf die Software geworfen.

Vom Icon über die Oberfläche bis hin zu neuen Werkzeugen: Adobe hat sich große Mühe gegeben, den Versionssprung möglichst deutlich zu machen und dem Anwender ein neues Softwarepaket zu präsentieren.

Die Brücke zwischen Digitalkamera und Photoshop

Das gelingt bereits beim Start: Bridge ist jetzt nicht nur ebenfalls eine Universal Binary, sondern hat sich auch deutlich in Schale geworfen - in eine schwarze, die etwas an die Lightroom-Beta erinnert. Die Bildverwaltung präsentiert sich weniger Ordner-zentriert und bietet mehr Möglichkeiten, eine Fotosammlung zu sortieren und zu katalogisieren. Dafür steht ein neues Filter-Panel zur Verfügung, über das man gewünschte Bilder schnell finden soll. Fotos lassen sich jetzt auch ähnlich wie im Finder mit farbigen Etiketten versehen. Darüber hinaus hat die Bridge eine Reihe von Funktionen erhalten, die Anwendern von Apples Aperture bestens bekannt sein dürften: In einem Vorschaufenster vergleicht sie jetzt mehrere ausgewählte Fotos miteinander, mit einer Lupe lässt sich dabei jedes Detail erkennen. Auch lassen sich jetzt in Bridge Stapel von mehreren Fotos einer beliebigen Reihe anlegen, von denen man nur das oberste sieht, wenn man sie zusammenklappt. Außerdem ist die Software jetzt nicht mehr nur Brücke zwischen Festplatte und Photoshop, sondern reicht bis auf die Kamera: Von dort lassen sich Bilder jetzt direkt einlesen und auf die Festplatte kopieren, dabei lassen sie sich auf Wunsch konvertieren oder umbennenen.

Lightroom stattet Camera Raw 4 aus

Auch Camera Raw, das Photshop CS3 in einer neuen Version 4 beiliegt, hat deutlich mehr Funktionen bekommen. Adobe hat dem RAW-Werkzeug alle Bildbearbeitungsfunktionen und -einstellungen hinzugefügt, die man bereits aus der aktuellen Lightroom-Betaversion kennt: Vom Histogramm bis hin zur Graustufen-Konvertierung, vom Aufhellungswerkzeug bis hin zum Schieberegler für die Schärfe.

Photoshop: Neues an der Oberfläche

Schließlich präsentiert sich natürlich auch Photoshop selbst in neuem Gewande und mit einer ganzen Liste neuer Funktionen. Auf den ersten Blick fällt zunächst die neue Leiste am linken Rand auf, die die einzelnen Werkzeuge nicht mehr in zwei, sondern nur noch in einer Spalte anordnet. Wer das nicht will, kann im Übrigen auch auf die gewohnte Ansicht zurückschalten. Am rechten Bildschirmrand lassen sich die Paletten auf neue Weise organisieren: Als Icons oder in Vollansicht und nun auch in einer zweiten Spalte: Dort findet man alle Einstellungen wieder, die aus der Werkzeugleiste verschwunden sind. Wer sich ganz auf sein Motiv konzentrieren will, lässt die Leisten wie bereits in den Vorversionen mit der Tabulatortaste verschwinden. Neu ist allerdings: Bewegt man die Maus an den Bildschirmrand, klappen sie kurz auf und verschwinden danach wieder - so lässt sich schnell das Werkzeug wechseln, die Farbe, die Ebene oder eine Einstellung.  

Smart gefiltert

Neue Funktionen findet man in Photoshop CS3 ebenfalls zuhauf, vorstellen lassen sich an dieser Stelle nur die wichtigsten. Dazu gehören auch die "Smart Filters", die aus jedem Filter ein non-destruktives Werkzeug machen. Mit einem Klick auf "Convert to Smart Filter" legt die Software eine neue Ebene an, mit der sich die Filter verknüpfen lassen. So lassen sich Filter nicht nur jederzeit wieder zurücknehmen, sondern man kann sie auch bearbeiten und mit neuen Parametern versehen. "Smart Filters" lassen sich kumulieren und einzeln aus- und einblenden.

Objektauswahl im Schnellverfahren

Auch das neue Auswahlwerkzeug "Quick Selection Tool" dürfte für viele Anwender bald nicht mehr wegzudenken sein. Es eignet sich zum schnellen Auswählen von Personen und Objekten, man verwendet es wie einen Pinsel, das die Ränder der Selektion selbst findet. Jede Auswahl lässt sich nun zudem mit einer neuen "Refine Edge"-Palette verfeinern, die die Ränder weicher oder härter gestaltet und sie um einzelne Pixel vergrößern und verkleinern kann. Die Refine-Funktion hat einen Vorschau-Modus, mit der man seine Selektion vor mehreren Hintergründen ansehen kann.

Was nicht passt, wir passend gemacht

"AutoAlign Layer" erkennt ähnliche Fotos, die sich in mehreren Layern befinden, sucht den gemeinsamen Bildauschnitt und schiebt sie passend übereinander - danach lässt sich mit Maskiereungstechniken leicht das beste aus jeder Ebene herausholen. Und neben einem neuen Stempel-Werkzeug, das mehrere Stempelquellen verwalten kann, finden sich in CS3 ein neuer Kurvendialog, ein 6-Kanal-Mixer für Schwarz-Weiß-Fotos und intelligentere Helligkeits-und Kontrast-Regler. Wer die 684 Megabyte große Installationsdatei für den Mac herunterladen will, muss einige Geduld mitbringen. Während vor wenigen Stunden noch schnellere Downloads möglich waren, gehen die Server der Adobe Labs auf Grund des anscheinend enormen Andrangs inzwischen deutlich in die Knie.Da man auf Grund des Betastatus jederzeit mit Fehlern rechnen muss, sollte man eine vorhandene Photoshop-Installation in keinem Fall löschen. Photoshop CS3 lässt sich parallel zu den stabilen Vorversionen CS2 und CS installieren.

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