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Pixelpark ein Fall für die Gerichte

27.08.2003 | 13:11 Uhr |

Der angeschlagene Internet-Dienstleister Pixelpark wird mehr und mehr zum Fall für die Gerichte.

Die am Dienstag in Berlin veranstaltete Hauptversammlung muss möglicherweise wiederholt werden, weil zwei neue Großaktionäre nach Auffassung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen (BaFin) nicht stimmberechtigt waren. Die Behörde bestätigte am Mittwoch, dass ihre Rechtsauffassung bereits am Montag vom Oberlandesgericht Frankfurt/Main bestätigt wurde. Das Verfahren ist aber noch nicht abgeschlossen.
Die Deutsche Schutzvereinigung (DSW) legte gegen alle Beschlüsse der Hauptversammlung Widerspruch ein. Zudem werde eine Anfechtungsklage geprüft, erklärte DSW-Anwalt Malte Diesselhorst. Hintergrund ist die Tatsache, dass die beiden heutigen Aufsichtsräte Wolf-Dieter Gramatke und Axel Fischer Ende vergangenen Jahres vom Medienkonzern Bertelsmann 40 Prozent der Pixelpark-Anteile übernommen hatten. Nach Ansicht der BaFin hätten sie daraufhin auch den restlichen Aktionären ein Übernahmeangebot machen müssen.
Pixelpark liefert sich bereits seit längerer Zeit einen Rechtsstreit mit seinem Gründer und ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Paulus Neef. Dabei geht es um den Kauf einer Tochterfirma, für die Neef einen völlig überhöhten Preis gezahlt haben soll. Die einstige Internet-Vorzeigefirma, die jetzt um ihr Überleben kämpft, will deshalb insgesamt 23 Millionen Euro Schadensersatz. Der Streit kommt vermutlich noch in diesem Herbst vor Gericht.

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