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Pixelpark streicht jede vierte Stelle

14.12.2001 | 00:00 Uhr |

Beim angeschlagenen Internet-Dienstleister Pixelpark geht der Stellenabbau weiter: Das Unternehmen streicht weitere rund 200 Stellen, davon 110 in Deutschland. Derzeit seien noch reichlich 800 Menschen beschäftigt, sagte eine Sprecherin der Pixelpark AG am Freitag in Berlin. Der einstige Börsenliebling zieht sich zudem aus Spanien und Großbritannien sowie einzelnen Geschäftssparten zurück. Zur Finanzierung dieser Maßnahmen und um das Unternehmen flüssig zu halten, schießt die Muttergesellschaft Bertelsmann ein weiteres Darlehen von 15 Millionen Euro (29,4 Mio DM) zu.

Der Medienkonzern Bertelsmann, der an Pixelpark 60,3 Prozent hält, hat den einstigen Börsenliebling am Neuen Markt schon zwei Mal gerettet und drängt seit längerem auf ein entschiedenes Sanierungsprogramm. Pixelpark hatte nach einem überraschend schlechten dritten Quartal mitgeteilt, dass das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) in diesem Jahr nun wohl doch nicht mehr positiv sein werde.

Künftig soll das Unternehmen nach dem Scheitern seiner breit angelegten Internationalisierungsstrategie noch etwa 600 Mitarbeiter haben. Der Personalstamm wird sowohl auf Geschäfts- als auch auf Holdingebene reduziert. Der Stellenabbau solle so schnell wie möglich erfolgen, sagte die Sprecherin. Über die Einzelheiten müsse noch mit dem Betriebsrat verhandelt werden.

Die neue Ausrichtung auf das Kerngeschäft sei eine Reaktion auf die derzeitige Marktsituation und die noch immer zurückhaltende Nachfrage nach IT-Dienstleistungen, teilte Pixelpark mit. Im Mittelpunkt stünden künftig Projekte zur Konzeption und Umsetzung von Portalen und Multikanal-Lösungen. Pixelpark werde in Deutschland, der Schweiz, Frankreich und Österreich vertreten sein. dpa

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