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Plattenfirmen sollen Apples iRadio verzögern

11.03.2013 | 09:23 Uhr |

Die Einführung des erwarteten, neuen Musik-Streaming-Dienst von Apple, auch iRadio genannt, war laut Gerüchten für Beginn 2013 angesetzt. Angeblich haben jedoch Verhandlungen mit den Plattenfirmen das neue Projekt ausgebremst.

Laut einem Bericht der New York Times von letztem Donnerstag sollen die Verhandlungen über Sendelizenzen mit Musikfirmen noch mindestens bis Sommeranfang dauern. Die Zeitung beruft sich auf Gesprächen mit Apple-Insidern, wonach der Dienst als iOS-App angeboten werden soll und die Anwender das kostenlose Musikangebot auf ihren persönlichen Geschmack zuschneiden können. Apple soll dabei planen, seinen Internet-Radio-Dienst , der im direkten Wettbewerb mit bereits verfügbaren Diensten wie Spotify oder Pandora steht, über seine iAd-Werbeplattform zu finanzieren.

Laut den Quellen der New York Times hätte der Launch des neuen Dienstes im Februar während den alljährlichen Grammy -Verleihungen stattfinden sollen. Aber die Verhandlungen um die Musikrechte von Plattenfirmen wie Sony/ATV , bei denen unter anderen Taylor Swift, Bob Dylan, Gary Barlow unter Vertrag stehen, gehen nur schleppend voran. Apple soll sich aber bereits die Lizenzen für ASCAP und BMI gesichert haben.

Am letzten Donnerstag berichtete auch die New York Post über die Verhandlungen und Apple soll demnach Schwierigkeiten mit den Lizenzverträgen haben, weil Apple den Preis zu stark drücken wolle. Apples Angebot soll bei nur sechs Cents pro hundert Songs liegen, während Pandora angeblich das Doppelte davon zahlt und Spotify sogar 35 Cents pro hundert gestreamten Liedern blecht. Vertreter der Plattenfirmen äußerten gegenüber der New York Post, dass Apple mindestens 21 Cent zahlen soll - was der üblichen Rate der Urheberrechts-Kammer entspricht. Apple hingegen soll unbedingt eine billigere Lizenz als Pandora verlangen. Auch die New York Post erwartet, dass Apple seinen neuen Musik-Streaming Dienst über iAd subventioniert, aber das ist ein weiterer wunder Punkt in den Verhandlungen mit den Plattenfirmen: Letztere wollen außer den Lizenzgebühren auch einen Anteil dieses Gewinnes sehen.

Rich Greenfield, ein Analyst bei BTIG, schätzt, dass Apple nicht alleine einen Ausbau auf dem Musik-Markt anstrebt: Auch Google und Amazon sehen sich nach geeigneten Modellen um. Greenfield schätzt, dass im Durchschnitt jeder pro Tag zwei Stunden lang Radio hört und alle Top-Firmen nach Mitteln und Wegen suchen, um das Angebot besser zu strukturieren und erfolgreich an den Kunden zu bringen.

Die Gerüchte um Apples Einstieg mit einem neuen Musik-Streaming-Dienst tauchten erstmals im Dezember 2012 auf, als Apple im Code der iTunes-Version 11 eine Reihe von neuen Bedienungsknöpfen für verbesserten Radio-Dienst zeigte. Im Februar enthielt das Update auf 6.1 ähnliche Unterstützungen und fachte alle Erwartungen weiter an. Richtig heiß gelaufen ist die Gerüchteküche aber in der letzten Woche, als Apples CEO Tim ein deutliches Interesse an dem Musik-Streaming-Dienst Daisy von Beat gezeigt haben soll, der im Verlauf von 2013 auf den Markt kommen wird. Angeblich haben sich Cook und Apples iTunes-Chef Eddy Cue mit Beats CEO Jimmy Iovine getroffen, um unter anderem auch das zugrundeliegende Geschäftsmodell in Daisy zu diskutieren.

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