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Podcasting - stay tuned! (2)

08.02.2005 | 11:00 Uhr |

Fast wie ein Abo, das nach Hause kommt: Podcasting betankt den MP3-Player vollautomatisch mit Audiomaterial.

Dafür braucht man bloß ein Programm, das am heimischen Computer als Schnittstelle zwischen Internet und iTunes fungiert.

Noch sind die Podcast-Angebote kostenfrei, was natürlich auch damit zu tun hat, dass dieses Medium noch sehr jung ist und überwiegend ambitionierte Amateure die Inhalte gestalten und publizieren. Eine Ausnahme bildet da Podcast-Erfinder Adam Curry als TV- und Radio-Profi: Seine werktägliche Sendung :"Daily Source Code" ist sehr professionell und der "Opener" ist kultverdächtig: Transmitters? We don’t need no stinky transmitters!

Genau dies machen sich jetzt auch Plattenlabels zu Nutze - gerade die "Indies" haben es schwer, Musik jenseits des Mainstream im Programm der Radiosender zu platzieren. Nun können sie selbst "senden" und - zumindest theoretisch - ihre Zielgruppe direkt ansprechen. In der Praxis sind die Hörerzahlen höher als erwartet: "Mein wöchentlicher Podcast erreicht etwa tausend Hörer", berichtet Alexander Köllner, "mittlerweile musste ich meine Domain www.kaiserfranzz.de upgraden, weil ich deutlich mehr als fünf Gigabyte Traffic hatte." Der Online-Aspekt kann dem Hörer fast egal sein: Er braucht die Verbindung ins Internet nur zum Herunterladen der MP3-Datei - dann ist die Sendung auf dem iPod.

Bitterer Beigeschmack

Jetzt stellen sich damit aber wieder Urheberrechtsfragen. Während die einen Podcasts so nutzen wie früher den Kassettenrekorder und einfach Webradioprogramme aufnehmen und anbieten, gibt es erste Tools, die den Inhalt von ganzen Musikverzeichnissen in Form von Podcasts online anbieten. Damit unterscheiden sich diese Anbieter nicht mehr wesentlich von P2P-Netzen und Tauschbörsen wie Gnutella oder Bit Torrent. Es stellt sich ein bitterer Beigeschmack ein.

"Die Gema ist mir ziemlich egal!" Alex Köllner macht sich keine Sorgen: "Meine Podcasts sind bloß in 64-kBit-Qualität und außerdem spiele ich die Musik ja nicht aus." Er befürchtet nichts, außerdem ist er mit einigen Künstlern im direkten Kontakt - und die unterstützen sein Engagement.

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