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Politiker im Internet beleidigt: Schadensersatz

23.03.2006 | 11:57 Uhr

Wegen Beleidigung eines britischen Politikers in einem Chat muss eine Universitäts-Dozentin mehrere tausend Euro Schadensersatz zahlen.

Wegen der Beleidigung eines britischen Politikers im Internet ist eine Universitäts-Dozentin zu umgerechnet fast 15.000 Euro Schadensersatz verurteilt worden. Der frühere Parlamentskandidat Michael Keith-Smith von der konservativen Opposition setzte sich vor Gericht erfolgreich gegen die Beschimpfungen zur Wehr, wie die Tageszeitung "Guardian" (Donnerstag) berichtete. Der 53-Jährige war bei einer Diskussion über den Irak-Krieg, die im Internet geführt wurde, als "Nazi", "Rassist" und "Kinderschänder" tituliert worden.

Der Prozess gehörte weltweit zu den ersten Klagen wegen einer Beleidigung im Internet, mit denen sich die Justiz zu befassen hatte. An der Diskussion, die bereits 2003 in einem Chat-Room des Internet-Providers Yahoo stattfand, hatten sich rund 100 Teilnehmer beteiligt. Keith-Smith war dabei auf der Seite der Kriegsgegner, die Frau auf der Seite der Befürworter. Außer dem Schadensersatz muss sie auch die Prozesskosten tragen.

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