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Diskussion über Sicherheit der neuen De-Mail

22.07.2010 | 07:20 Uhr |

Wenige Tage nach dem Start der ersten De-Mail-Angebote für eine rechtssichere digitale Kommunikation sind Zweifel an der Technik laut geworden.

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Dabei geht es um die Frage, ob die elektronischen Briefe auf dem gesamten Weg vom Absender bis zum Empfänger verschlüsselt werden.

Aus technischen Gründen werden die De-Mails auf dem Server des Anbieters einmal kurz entschlüsselt und dann sofort wieder verschlüsselt. Der IT-Experte der Bundesrechtsanwaltskammer, Thomas Lapp, sagte der "Frankfurter Rundschau", das sei wie bei einem Brief, der unterwegs geöffnet und in ein neues Kuvert gesteckt werde. Wenn Absender und Empfänger ihr Postfach bei unterschiedlichen Anbietern hätten, müsse die Mail sogar zweimal geöffnet werden. Diese Schwachstelle könnte von Angreifern genutzt werden. "Das Versprechen, so sicher wie ein Brief zu sein, wird damit nicht eingehalten."

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) wies die Kritik zurück. Aus Gründen der besseren Bedienbarkeit sei auf eine durchgehende, lückenlose Verschlüsselung verzichtet worden, sagte eine Sprecherin. Bei Bedarf könne das E-Mail-Dokument aber auch noch zusätzlich verschlüsselt werden, um somit eine "Ende-zu-Ende-Verschlüsselung" zu gewährleisten.

Ähnlich äußerte sich der Branchenverband Bitkom. "Gegenüber der bisherigen E-Mail oder dem Einschreiben und Brief in Papierform bedeutet De-Mail einen Quantensprung in puncto Sicherheit", erklärte Bitkom-Präsident August-Wilhelm Scheer. Bedenken, dass Unbefugte darauf zugreifen könnten, seien in der Praxis unbegründet.

Die Deutsche Post hat ihr De-Mail-Angebot in der vergangenen Woche unter der Bezeichnung E-Postbrief gestartet. Die Deutsche Telekom, GMX und web.de haben mit der Registrierung von Adressen für die De- Mail begonnen. Für die zusätzliche Sicherheit verlangen alle Anbieter eine Gebühr.

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