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Power Computing startet mit Intel-Rechnern

05.09.1997 | 00:00 Uhr |

Intel ist in und Apple ist out. So lautet die neue Strategie der Firma Power Computing. Nachdem Apple das Mac-Business des texanischen Unternehmens und dessen etwa 200 000 Anwender umfassende Kundendatei übernommen hat, will Power Computing künftig Rechner fertigen, die mit Prozessoren von Intel und den Windows-Betriebssystemen von Microsoft arbeiten.

In der kommenden Woche wird der bisherige Mac-Clone-Hersteller offiziell seine ersten Intel-basierten Modelle zeigen. Dabei handelt es sich um Notebooks, die unter dem Namen "Power Trip" angeboten werden und mit MMX-Pentium-Prozessoren bestückt sind, die eine Taktrate von 200 und 233 Megahertz aufweisen. Die Notebooks verfügen über ein Aktivmatrix-Display, das eine Größe von 12,1 beziehungsweise 13.3 Zoll hat.

Ironischerweise hatte Power Computing bereits einen portablen Rechner auf Basis eines Power-PC-Prozessors entwickelt, auf dem das Mac-Betriebssystem hätte laufen sollen. Einen Prototyp zeigte die Firma Anfang August auf der Computermesse Macworld Expo in Boston. Doch schon damals rief Joel Kocher aus: "Sie werden dieses Notebook niemals kaufen können." Der mittlerweile zurückgetretene Chief Operating Officer von Power Computing sollte Recht behalten. Apple, das mit seinen Powerbooks alleiniger Anbieter von Mobilrechnern für das Mac-Betriebssystem ist, weigert sich, anderen Firmen eine Lizenz zu erteilen, die es ihnen gestatten würde, gleichfalls Notebooks anzubieten, auf denen das Mac-OS läuft.

Für Power Computing ist der Wechsel ins sogenannte Wintel-Lager eine Notwendigkeit, will das Unternehmen eine Überlebenschance haben. Bisher war Power Computing der einzige Mac-Clone-Hersteller, der ausschließlich Mac-OS-basierte Rechner anbot; bei anderen Mac-Clone-Herstellern wie Umax und Motorola sind Mac-OS-Rechner nur ein Geschäftszweig unter anderen.
Während Power Computing als alleiniger Direktvertreiber im Mac-Markt recht erfolgreich war, sieht sich das Unternehmen im Wintel-Markt mit mehreren Direktvertreibern konfrontiert, darunter Dell, Gateway 2000 und Micron. Überdies muß sich Power Computing speziell im Notebook-Markt mit den dort dominierenden Firmen Toshiba, IBM und Compaq messen.

Bei einer so starken Konkurrenz stellt sich die Frage, worin sich Power Computing von seinen Mitbewerbern unterscheiden will. "Wenn sie nur ein weiterer Direktvertreiber sind, dann können sie sich gleich in die zweite Reihe hinter Dell, Gateway 2000 und den anderen Großen in diesem Markt begeben", warnt etwa Randy Giusto vom Marktforschungsinstitut International Data Corporation (IDC).

Bei Power Computing selber heißt es, man wolle erst gar nicht versuchen, im Firmengeschäft tätig zu werden, der von Konzernen wie Compaq und Dell beherrscht wird. Statt dessen wolle man sich auf kleinere Unternehmen sowie Grafikstudios und Firmen, die im Medienbereich tätig sind, konzentrieren - Bereiche, in die Power Computing bereits als Mac-Clone-Hersteller hauptsächlich verkauft hatte. "Wir müssen schnell und smart sein, und wir müssen eine Menge Lärm machen", erklärt Bob Groppo, Vizepräsident des PC-Bereichs von Power Computing. "Aber darin sind wir gut." ab

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