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Power-PC in der Dose

05.07.2001 | 00:00 Uhr |

Die von Emulators erhältliche Mac-Emulation für Windows Soft Mac soll in einer kommenden Version acuh Power-PC-Umgebungen auf PCs schaffen. Damit ließe sich auch Mac-OS 9.1 auf AMD-getriebenen Rechnern nutzen.

Der Softwarehersteller Emulators hat auf der Konferenz Mac Hack eine verbesserte Version seines Mac-Emulators Soft Mac in Aussicht gestellt. Laut Firmenpräsident Darek Mihocka möchte man noch im Laufe dieses Jahres eine Software herstellen, die auf Windows-Systemen einen Power-PC-Chip emuliert. Die aktuell von Emulators verfügbare Version von Soft Mac schafft auf PCs dem Mac-OS eine 68k-Umgebung. Damit ist die Lösung auf Mac-OS Versionen beschränkt, die nicht zwingend einen Power-PC-Prozessor voraussetzen: Mac-OS 8.1 ist also die jüngste lauffähige Version.

Mihockas Company zielt mit der Überarbeitung von Soft Mac auf Versionsnummern bis 9.1, Mac-OS X verweigert den Dienst in der emulierten Umgebung. Im Rahmen seiner Ansprache auf der Mac-Hack-.Konferenz stellte er die Vorzüge einer Mac-Emulation unter Windows heraus. Besonders die seiner Ansicht nach schneller voranschreitende Entwicklung der Prozessoren von Intel, AMD und Konmsorten und eine günstigere Preisstruktur lassen aus Sicht des Herstellers das Programm Soft Mac interessant erscheinen. Laut Mihocka sei es heute möglich, eine auf einem AMD-Prozessor basierende High-Endlösung für rund 1000 US-Dollar zu realisieren. Ein entsprechendes Gerät von Apple würde aber mit 2500 US-Dollar zu Buche schlagen. Aus reinen Kosten- und Performance-Vorteilen sieht er zukünftig einen wachsenden Markt für Mac-Lösungen auf Windows-Rechnern. Der Chef von Emulators weist auch alle Einwände zurück, dass heutige Emulatoren zu langsam wären und damit nicht einsatzfähig seien. Er verweist auf die hohe Leistung von Systembussen, Arbeitsspeichermodulen und Prozessoren, die auch in anderen Bereichen Emulationen als brauchbare Lösungen auszeichneten. Ebenso sind nach seiner Ansicht auch der Daten-Umfang der Software und der Aufbau des Programmcodes für eine gute Leistung maßgeblich. Soft Mac besitzt aus diesem Grund einen per Hand überarbeiteten Programmcode auf Basis der Loop-Methode Textbook und findet mit seiner Größe von 600 KB auf dem Cache eines AMD Thunderbird oder eines Pentium-III oder -IV-Chips leicht Platz.

Besonders die 32-Bit Technologie, mit der Power-PC-Chips arbeiten, habe während der Entwicklung der neuen Version von Soft Mac zu Problemen geführt. Im Anbetracht von mehreren Millionen Befehlen, die eine Emulation übersetzen müsste, würde eine entsprechende Programmschleife sehr große Ausmaße annehmen. Der Softwarehersteller hofft, den Umfang der laufenden Befehle in der Schleife durch Zusammenfassen von Anweisungen mit Bezug untereinander zu begrenzen und so eine gute Performance zu ermöglichen. Einen genauen Erscheinungstermin und die technischen Details eines Power-PC-Emulators konnte Mihocka noch nicht genau nennen. Er verweist aber auf die Vorstellung des neuen Produkts Soft Mac XP auf der Macworld im Juli. Die aktuelle Version Soft Mac 2000 erlaubt es nach Herstellerangaben, Mac-OS 8.1 in weniger als 15 Sekunden zu booten. Unterstützt werden alle Mac-OS Versionen von System 6, 7 bis zu Version 8.1. Eine Lizenz von Soft Mac 2000 kostet rund 229 US-Dollar.
Michael Hillebrand

Info: Emulators

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