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Prächtig gute Privatsphäre

06.12.2004 | 15:44 Uhr |

Elektronische Kommunikation wird zunehmend unsicher - Macwelt.de ruft die Woche der Privatssphäre aus. In fünf Teilen informieren wir über Signieren und Verschlüsseln von E-Mails, erklären die Unterschiede zwischen öffentlichen und privaten Schlüsseln und geben Hilfestellung bei der Installation.

"Liebe Mutti, seit Tagen haben wir schönsten Sonnenschein und liegen am Strand. Peter hat sich schon einen Sonnenbrand geholt. Das Essen im Hotel ist klasse und wir schicken herzliche Grüße ins regennasse Deutschland. Deine Chris." So oder so ähnlich werden die Postboten dieser Welt Urlaubsgrüße auf Postkarten auch heute an die unglücklichen Menschen ausliefern, denen Ferien nicht vergönnt sind. Und jeder Postbote und Briefsortierer kann diese Nachricht mitlesen. Zugegeben: Aufsehen erregend ist diese Nachricht nicht - und kaum ein Briefzusteller wird die Rückseite einer Ansichtskarte lesen, dafür fehlt schon die Zeit. Wer aber weit persönlichere oder vertraulichere Nachrichten verschickt, der bedienet sich des Briefumschlags. Der Inhalt ist vor neugierigen Blicken geschützt und die eventuelle Verletzung des Briefgeheimnisses geht einher mit der Verletzung des Briefumschlags. Zumindest ein Verdacht kann sich beim Empfänger einstellen - und daraufhin ein anderer Versandweg genutzt werden.

Doch haben Sie schon einmal eine E-Mail in einen Briefumschlag gesteckt, um den Inhalt der digitalen Post vor neugierigen Blicken zu schützen? Das sei gar nicht nötig, glauben Sie, denn die Nachricht ist nicht gegenständlich und wandere nicht durch unzählige Hände, zu denen auch jeweils neugierige Augen gehören? Falsch gedacht: Zu jedem Mail-Server gehört ein Administrator, der kompletten Zugriff auf alle Daten hat - und wenn die Daten erst einmal durch die Telekommunikationsleitungen fließen, dann sind sie so einfach mitzuschneiden wie ein Telefongespräch.

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