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Bild der Wissenschaft: Was Amokläufer verrät

20.03.2009 | 10:24 Uhr |

Das Wissenschaftsjournal Bild der Wissenschaft stellt einen Artikel vom vergangenen September zur Analyse von Amokläufen kostenlos online.

Nach dem Amoklauf an einer Realschule in Winnenden nahe Stuttgart am 11. März dieses Jahres schwappte die Diskussion um die Ursachen und Verbreitung von Jugendgewalt, Computerspielen und Waffenbesitz von Schützen und Jägern wieder hoch. Zur Versachlichung der Debatte trugen jüngst etwa Äußerungen des Medienforschers Johannes Fromme bei, der einfache Erklärungsmuster ablehnt ( wir berichteten ) sowie eine Zusammenfassung wichtiger Forschungsergebnisse unter anderem des Darmstädter Wissenschaftlers Jens Hoffmann, der diverse Kriterien für Amokläufer zusammenstellte, darunter:

  • Die Täter sind in der Regel Jungen. Nur 4 der rund 100 School Shootings wurden von Mädchen verübt.

  • Die meisten Täter sind zwischen 15 und 18 Jahre alt.

  • Die Jugendlichen stammen oft aus unauffälligen Familien, "wobei die Normalität bemerkenswert im Sinne von auffällig unauffällig ist", meint Hoffmann.

  • Die Eltern haben ein mittleres bis hohes Bildungsniveau.

  • Die Täter handeln meistens allein.

Außerdem falle auf, dass die meisten Amokläufer vor ihrer Tat "schwere persönliche Niederlagen erlebt haben. Sie fühlten sich von Mitschülern und Lehrern verspottet, gedemütigt, blamiert und bloßgestellt oder waren von wichtigen Bezugspersonen zurückgewiesen worden", heißt es dazu in dem Artikel bei Bild der Wissenschaft. Auch auf so genannte Leaking-Phänome (der Täter gibt vor der Tat mehr oder weniger auffällige Hinweise auf seine Absicht) und das Computerprogramm Dynamische Risiko-Analyse-System, kurz DyRiAS, geht der ausführliche Beitrag ein. Ferner bringt er eine knappe, aber instruktive Übersicht zur Geschichte der Amokläufe.

Info: Bild der Wissenschaft

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