931190

Praxis: Voice-over-IP

29.01.2005 | 14:49 Uhr |

Neben der herkömmlichen Telefonverbindung, über die fast jeder Haushalt verfügt, verbreitet sich eine neue Technik, mit der man kostengünstiger über das Internet telefonieren kann. Noch steckt die Internet-Telefonie in den Kinderschuhen, aber die komplette Umstellung auf diese Technik hat teilweise schon begonnen.

von Christopher Jakob

Telefonieren über das Internet Die Festnetztelefonate belasten in Deutschland trotz liberalisiertem Telefonmarkt weiterhin den Geldbeutel. Mit der Verbreitung von Internet-Anschlüssen kommt nun als Alternative immer mehr das Telefonieren übers Internet in Betracht. Aber was benötigt man zum Eintritt in das neue Telefonzeitalter?

Schon Anfang der 90iger Jahre war Voice-over-IP (VoIP) ein öffentliches Thema. Nach dem Abklingen der Diskussionen Ende des Jahrzehnts, beginnt die Thematik nun erneut aktuell zu werden. Und anders als in den 90iger Jahren stehen durch die steigende Verbreitung von Breitbandanschlüssen die Chancen sehr gut, dass VoIP nun den Massenmark erobern kann. Telefonieren via VoIP unterscheidet sich durch die dabei verwendete Technik von einem herkömmlichen Telefongespräch. Während für die herkömmliche Verbindung eine Leitung zwei oder mehrere Teilnehmer exklusiv verbindet, richtet sich die Internet-Verbindung nach dem Internet Protokoll. Hier wird keine Leitung für das Gespräch frei geschaltet, sondern die Stimmen der Nutzer finden ihren Weg als Datenpakete über das Internet. Dabei nimmt nicht jedes Paket den gleichen Weg, sondern sucht sich - wie bei einer normalen Datenübertragung übers Internet - die günstigste Verbindung über unterschiedliche Wege und Datenleitungen. Die einfachste Verbindung ist dabei der direkte Kontakt zweier Gesprächspartner, die sich beide im Internet befinden. Dies kann von Computer zu Computer oder von Computer zu einem VoIP-Telefon, das an einen Router angeschlossen ist, erfolgen. Diese Verbindung ist auch die kostengünstigste, da neben den Zugangsaufwand keine weiteren Kosten entstehen. Mittlerweile bieten einige Anbieter auch eine Verbindung zum analogen Festnetz an. Ruft ein Nutzer von seinem VoIP-Telefon einen Gesprächspartner mit einer Nummer im herkömmlichen Festnetz an, erfolgt die Verbindung im Internet zu dem der Zielperson nächstgelegenen Gateway, der dann das Gespräch ins herkömmliche Telefonnetz weiterleitet. Hier fallen dann noch die Verbindungskosten im herkömmlichen Festnetz an. Aber die Hauptkosten einer Fernverbindung entfallen in vielen Fällen, sodass nur der Ortstarif zu Buche schlägt. Hier ist die Aufmerksamkeit des Anwenders gefragt, denn nicht jeder Anbieter offeriert eine Gateway-Lösung und die Preise differieren. Bei beiden Varianten kommt es noch oft zu Verbindungsproblemen, vor allem bei Kontaktversuchen die zwischen zwei unterschiedlichen Anbietern stattfinden. Der Zugang zu Sondernummern ist von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich. Bei den Notfallnummern gleichen sich die Anbieter aber. Hier gilt für alle: kein Anschluss unter dieser Nummer. Einen Test ausgesuchter Anbieter, mit deren Angeboten und Preisen, befindet sich in der Macwelt-Ausgabe 3/05.
Zwar ist VoIP heute für Privatkunden noch kein vollwertiger Ersatz zur herkömmlichen Sprachtelephonie. Dennoch lässt sich diese Technik schon jetzt einsetzen.

0 Kommentare zu diesem Artikel
931190