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Preis-Streit um iTunes eskaliert: Apple verbannt TV-Serien von NBC

03.09.2007 | 10:27 Uhr |

Der Streit zwischen dem Apple-Konzern und der US- Unterhaltungsindustrie um die Preispolitik im erfolgreichen Online- Musik- und Video-Shop iTunes hat sich zugespitzt.

Test Apple TV: iTunes-Store
Vergrößern Test Apple TV: iTunes-Store

Apple verbannte TV- Serien des US-Medienriesen NBC Universal aus dem Angebot, nachdem dieser ankündigte, den Vertrag im Dezember auslaufen zu lassen. Apple zufolge wollte NBC eine Verdoppelung des Einkaufspreises durchsetzen, was den Preis für Verbraucher von derzeit 1,99 auf 4,99 Dollar pro Serien-Folge hochgetrieben hätte. NBC kontert, man habe eher Koppelangebote von Filmen und Serien angestrebt. In Deutschland hat der iTunes Store noch keine TV-Serien im Angebot. Der Streit erregt umso mehr Aufmerksamkeit, da der Online- Vertriebsweg als zukunftsweisend gilt und iTunes vor allem bei Musik eine dominierende Marktposition hat. In der Branche ist der Drang ins Netz groß, die Konkurrenz wächst dramatisch. NBC Universal will in Zusammenarbeit mit der News Corp. (Fox) den eigenen Video-Dienst hulu.com aufbauen. NBC-Serien wie «Battlestar Galactica», «The Office» oder «Heroes» machten etwa 30 Prozent des iTunes-Geschäfts mit Fernsehsendungen aus, teilte Apple mit. Allerdings ist der Video- Absatz insgesamt noch um ein vielfaches geringer als die Musikverkäufe bei iTunes. Mit der Musikbranche gibt es allerdings auch Streit. In beiden Fällen geht es um die Politik von Apple, Musiktitel und Videos zu einem festen Preis zu verkaufen. Die Unterhaltungsindustrie würde aber lieber neue Titel teurer und ältere billiger anbieten. Der weltgrößte Musikkonzern Universal Music entschied deshalb im Juli, den Langzeitvertrag mit Apple nicht mehr zu verlängern, sondern Songs in dem Online-Shop nur von Fall zu Fall anzubieten. Die Entertainment-Industrie erhofft sich mehr Möglichkeiten, Apple unter Druck zu setzen, auch mit dem Markteintritt immer neuer Wettbewerber. Erst vergangene Woche kündigte der weltgrößte Handy- Hersteller Nokia an, zu seinen Musik-tauglichen Handys einen eigenen Internet-Downloaddienst zu starten. Der US-Einzelhandelsriese Wal- Mart zettelte außerdem vor einigen Tagen einen Preiskrieg beim Online-Verkauf von Musik ohne Kopierschutz an. Titel ohne die sogenannte DRM-Software, die weiteres kopieren verhindert, können für 94 US-Cent heruntergeladen werden, und sind damit sogar billiger als kopiergeschützte Songs bei iTunes für 99 Cent. (dpa)

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