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Preise für DRAM steigen stark an

03.02.2009 | 09:25 Uhr |

Nach dem Ausfall von Qimonda muss die Zulieferung von Chips neu koordiniert werden. Aber langfristig ist der DRAM-Markt immer noch übersättigt und die Preise sollen wieder nachgeben.

Wie schon lange befürchtet meldete letzte Woche der Chip-Hersteller Qimonda Insolvenz an. Nun sind seit Montag alle Händler in China und Taiwan von den chinesischen Neujahrs-Feiertagen zurück und wurden konfrontiert mit stark steigenden DRAM Chip-Preisen und notwendigen Liefer-Umstrukturierungen.

Als Standard-Orientierungswert gilt der Preis eines 1-Gigabit DDR2 (doppelte Datenrate, zweite Generation) getaktet mit 667 MHz. Gemäß DRAM-Exchange Technology , einer Online-Chipbörse in Taipeh, stieg der Preis seit Qimondas offizieller Pleite um 27 Prozent auf 1,08 US-Dollar pro Stück an. In Europa und Nord-Amerika stieg der Preis in dieser Woche um 16 Prozent an, aber als Richtwert gilt der asiatische Markt, da dort fast alle Computer und Laptops hergestellt werden. Rund drei Viertel aller DRAMs werden für PCs gebraucht.

Kurzfristig werden laut einer Studie der Marktforscher Gartner und IDC weitere Preissteigerungen erwartet, da nach der Insolvenzerklärung jetzt die Zulieferung von Chips neu koordiniert werden muss. Wer mit dem Kauf warten kann, wird langfristig wieder fallende Preise sehen. Auch ohne Qimonda ist der Markt noch übersättigt und der Konsum ist gegenwärtig ohnehin am Sinken.

DRAM Chips werden in Riesen-Mengen hergestellt und auf dem Markt fast wie Öl gehangelt. Jedes Schwanken von Angebot oder Nachfrage schlägt sich sofort im Preis nieder. Qimonda hat die Produktion noch nicht völlig eingestellt. Die vorläufigen Insolvenzverwalter hoffen trotz Mangel an Kapital die Herstellung fortsetzen zu können, aber zwei der Hauptzulieferer aus Taiwan, Inotera Memories und Winbond Electronics, stoppten die Zusammenarbeit. Beide Firmen klagen Qimonda auf ausstehende Rechnungen in Millionenhöhe. Die Zulieferung dieser beiden Firmen aus Taiwan bestimmte ungefähr die Hälfte der Produktion.

Die Pleite von Qimoda könnte nur der Anfang sein. Auch andere Chip-Hersteller, wie Taiwans Promos Technologies, scheinen in Zahlungsschwierigkeiten zu sein und kämpfen laut IDC mit den Raten für Darlehens-Rückzahlungen.

Die Marktforscher IDC sagen für den DRAM-Markt in 2009 einen Rückgang um 12,1 Prozent auf 22,84 Milliarden US-Dollar voraus. Zurückzuführen ist dies auf Überproduktion und volle Lager. Bereits in 2008 fiel der Gewinn um 17 Prozent auf 25,98 Milliarden US-Dollar. Laut IDC wird sich der Markt nicht vor Mitte 2010 erholen.

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