Von Macnews - 23.05.2006, 09:28

Premium Reseller statt Apple Center: "Wir fühlen uns degradiert"

Auch in Deutschland gibt es künftig keine Apple Center mehr. Ab Oktober setzt Apple sein "Apple Center"-Programm für Händler ab und ersetzt es durch ein neues "Premium Reseller"-Programm.

Am vergangenen Mittwoch kündigte Apples Europa-Chef Pascal Cagni in einem E-Mail den Schritt gegenüber europäischen Apple-Händlern an, geschmückt mit Marketing-Sprühsahne: Mehr Marketing und Geschäftsaktivitäten, mehr Kommunikation und mehr Training verspreche das Programm den Händlern. Doch die begegnen dem mit gemischten Gefühlen.
"Für uns ist wichtig, dass der Kunde deutlich erkennen kann, dass er bei einem Premium Reseller deutlich mehr erhält als nur bei irgendeinem Händler, der auch Apple Produkte verkauft", erklärt FundK-Geschäftsführer Wolfgang Papé gegenüber macnews.de. Dabei spiele aber nicht nur der Name eine Rolle, sondern neben dem Service auch neue CI-Vorgaben.
"Wir fühlen uns degradiert", klagt ein betroffener Apple Händler, der seinen Namen nicht in diesem Artikel lesen möchte. Schließlich müssen sich die bisherigen Apple Center neu als "Premium Reseller" bewerben - da will sich keiner Ärger mit Apple einfangen. Heute gehören lediglich 15 Händler zum exklusiven Club der Apple Center in Deutschland. "Wir wollen, dass es mehr werden", erklärt aber Apples Pressesprecher Georg Albrecht.
Dass sich hinter dem geänderten Namen sicher mehr verbirgt als nur ein neues Zertifizierungssystem für Händler ist schnell klar. "Wir machen den Weg frei für die Apple Stores", bringt es Markus Heiderich von Mac House Berlin auf den Punkt. Er rechnet aber nicht mehr damit, dass Apple noch in diesem Jahr einen eigenen Shop in Deutschland eröffnen wird. Premium Reseller sollen in der neuen Händlerlandschaft, in der dann auch der eigene Lieferant mitmischt, eine größere Rolle spielen. "Apple versucht damit eine Apple Store-ähnliche Infrastruktur zu schaffen, was wir als sehr positiv sehen", ist sich Papé sicher. Bei ihm bricht zwar keine Euphorie aus, "denn das Investment auf Seiten des Handels ist hoch", doch sei seine Stimmung gut. Letztlich entscheidet der Kunde "mit jedem Kauf auch darüber, welchen Service er später mal zu erwarten hat." (chr/Macnews.de)
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