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Reaktionen auf das iPad 2

03.03.2011 | 11:39 Uhr |

Zwei Kameras, zwei Farben, zwei Prozessorkerne, ja sogar zwei Materialien für die iPad-Cover: Da konnte Apple das iPad 2 nur am 2. März vorstellen. Wir haben einige Reaktionen der Presse und der Community gesammelt.

ipad2 smartcover
Vergrößern ipad2 smartcover
© Apple

Im Spiegel-Hochhaus an der Brandstwiete 19 in Hamburg muss es einen verdunkelten Raum geben, in denen verhinderte und echte Dichter Schlagzeilen komponieren, die an poetischer Kraft im deutschsprachigen Internet ihresgleichen suchen: " Jobs macht die Wunderflunder flott " alliteriert da einer und ein anderer reimt " Zauberbrett mit Schmutzschutz ". Die Artikel selbst sind weit weniger poetisch, doch merkt man den Kollegen in Hamburg an, bei aller gebotenenen Sachlichkeit vom iPad begeistert zu sein. Der renommierte Apple-Experte Matthias Kremp hebt hervor, was auch Apple-CEO Steve Jobs während seiner gestrigen Rede nicht nur am Rande erwähnte: Im Post-PC-Zeitalter sollte Hardware und Software der Geräte perfekt aufeinander abgestimmt sein. So lobt Kremp auch mehr die Softwareneuerungen als die erwartbaren neuen Hardware-Features wie Dual-Core-Prozessor oder die beiden Kameras: "Werben lässt sich derzeit vor allem mit der neuen Software, die Apple mit dem iPad2 herausbringt. Da ist zum einen die neue Version 4.3 von iOS. Apple-Software-Chef Scott Forstall erklärt, was das Update an neuen Funktionen mitbringt". Ein Retina-Display würde erst zu einem späteren Zeitpunkt auch für das iPad Sinn machen, etwa dann, wenn Mac-OS X 10.7 Lion derart hohe Bildschirmauflösungen auch für iMac und Macbook unterstützt. Insgesamt bringe Apple zwar keine "Sensationen" das iPad 2 "bewahrt mit seinem neuen Design und dem flotten Prozessor aber seinen hohen "Must-Have-Faktor"."

Wirklich begeistert und von der Qual der Wahl beinahe überfordert zeigt sich Kremp aber über die Smart Cover: "Viel substantieller wäre aber die Frage, welches Smartcover ich haben möchte. So heißen die neuen Schonüberzüge, mit denn man das iPad2 gegen Beschädigungen schützen kann. Und die sind ein gewaltiger Fortschritt im Vergleich zur bisherigen stabilen und zweckmäßigen, aber nicht sonderlich eleganten iPad-Hülle. Der für Apple wohl größte Vorteil: Sie sind kleiner, leichter und gleichzeitig teurer geworden." Der "Schutzschutz" überzeugt aber nicht wirklich: "Die Innenseiten der Schutzhüllen sind mit Microfaser bespannt, die den Bildschirm von Fingerschmutz reinigen soll. Eine hübsche Idee, beim ersten Test überzeugte das Ergebnis aber nicht." Die Zutaten für einen Topseller hätte das iPad 2 aber jedenfalls.

Presse begeistert, Leser entsetzt

Weniger begeistert zeigten sich Leser der Website in derem Forum: "Ich kann diesen ganzen iSchrott-Wahnsinn nicht mehr lesen! Gibt es keine wichtigeren Nachrichten? Etwa über eine neue Erdbeerjoghurtsorte bei Aldi, oder über Innovationen im Stützmiedersektor? Wie viel Geld zahlt Euch Apple für diese Form der Hofberichterstattung eigentlich?" beschwert sich der User "hypermental" und als "lustvoll angewidert" bezeichnet sich "fintelwudelwix" nach der Berichterstattung über das ipad 2: "Liebes Spon-Team. Ich weiss garnicht was ich sagen soll. Wenn es einen "Aust" oder einen "Steingart" wieder mal bei Euch geben sollte kaufe ich den Spiegel wieder. Ansonsten Käsegeschütz des Merchandising, gehabt euch wohl." Man kann sich nun vorstellen, dass die beiden Leser erstens noch nie ein iPad in der Hand hielten, geschweige denn das iPad 2, und sich auch Zeile für Zeile durch die Berichte der Boulevardpresse über den Wiener Hofball ackern, um anschließend in bester Werner-Lorant-Manier deren Verfasser mit einem kräftigen "Interessiert mich nicht!" anzuschnauzen.

Das Online-Portal der Süddeutschen Zeitung fällt ein klar positives Urteil über den " zweiten Wurf " und blickt auf das iPad 2 vor allem in Bezug auf das Konkurrenzumfeld: "So erstaunlich es war, dass Apple es geschafft hatte, mit dem doch relativ lange erwarteten iPad die Konkurrenz regelrecht zu düpieren, umso erstaunlicher ist, dass die zweite Version der Konkurrenz schon wieder weit voraus ist, wie Steve Jobs mehrmals und nicht ohne Sarkasmus anmerkte. [...] Der Vorsprung bezieht sich aber nicht nur auf die Technik. So durchgestylt wie Apple ist keine andere Elektronik-Firma, das geht von den Läden, die sich stets in bester Lage finden, bis hin zur Verpackung der Geräte." Apple sei es gelungen, eine "Geräte-Kategorie zu etablieren, an der sich bereits andere abgemüht haben, vor allem Microsoft. Von dem Software-Konzern kommt bis heute kein überzeugendes Konzept für ein Tablet-PC-Betriebssystem."

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