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Prisma: App mit bedenklichen Privatsphäre-Regeln

12.07.2016 | 14:52 Uhr |

Die App Prisma verwandelt einfache Fotos in Kunstwerke. Bei der Nutzung ist jedoch Vorsicht geboten.

Die Foto-App Prisma konnte am vergangenen Wochenende die Spitze der App-Charts stürmen. Die Software verwandelt Fotos in Kunstwerke. Nutzer wählen aus unterschiedlichen Stilrichtungen und erhalten so ihr Portrait im Anime- oder im Gotik-Stil. Die App wendet dafür keinen Filter an, sondern berechnet das Foto komplett neu. Damit auch schwächere Hardware mit der App umgehen kann, spannt Prisma für die Berechnungen die Cloud ein.

Bei aller Begeisterung für den Effekt sollten Nutzer bei Prisma jedoch Vorsicht walten lassen. Die App gehört dem russischen E-Mail-Provider Mail.ru und der formuliert seine Nutzungsrichtlinien sehr schwammig. So heißt es in der Datenschutzerklärung von Prisma, dass Informationen gespeichert und weiterverarbeitet werden können. Die Entwickler räumen sich außerdem das Recht ein, „Nutzer-Informationen wie Geodaten oder Logfiles“ selbst zu nutzen oder mit Drittanbietern zu teilen.

In den Allgemeinen Geschäftsbedingungen lässt sich der Prisma-Betreiber außerdem „nicht-exklusive, weltweite und weiter veräußerbare“ Nutzungsrechte an den den Bildern der Prisma-Nutzer einräumen. Im Klartext heißt das, Mail.ru darf über die App erstellte Kunstwerke ohne eine erneute Zustimmung weltweit verkaufen und nutzen.

Prisma ist kostenlos und aktuell nur für iOS erhältlich. An einer Android-Version arbeiten die Macher eigenen Angaben zufolge bereits. Ein konkreter Veröffentlichungstermin steht allerdings noch nicht fest. Abzuwarten bleibt außerdem, ob der Entwickler die fragwürdigen AGBs und Datenschutzbestimmungen noch einmal überarbeiten wird.

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