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Privatkopien bleiben legal

19.08.2002 | 12:06 Uhr |

Die Novellierung des Urheberrechts stärkt die Position des geistigen Eigentümers. Aber auch Musikkäufer profitieren davon.

München/Macwelt - Am 1. Juli 2002 ist das neue Gesetz zur Anpassung des Urheberrechts an die Informationsgesellschaft in Kraft getreten, das die Richtlinie 2001/29/EG des europäischen Parlaments umsetzen will. Das neue Gesetzt stärkt die Rechte des Urhebers. So kann dieser allein bestimmen, ob und wie sein Werk veröffentlicht oder verwertet werden soll. Die Werke dürfen mit technische Vorrichtungen zum Schutz gegen ungewollte Kopien versehen, CDs oder DVDs mit Schutzvorrichtung müssen jedoch deutlich gekennzeichnet sein.
Nutzer des Werkes dürfen diesen Kopierschutz aber keineswegs umgehen,
auch sind Herstellung und Verbreitung von ÑHacker-Softwareì oder ähnlicher Mittel, die zur ?berwindung solcher Schutzmechanismen geeignet sind, verboten.
Wer gewerblich gegen dieses Verbot verstößt, muss mit hohen Geldstrafen oder mit einer Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr rechnen.
Fehlt ein Kopierschutz, darf der Nutzer weiterhin ausschlie?lich zu privaten Zwecken das Werk in Teilen oder im Ganzen vervielfältigen. Der Gesetzgeber hat dieses Recht zum Vervielfältigen auf "beliebige Träger" und damit auf analoge und digitale Medien ausgedehnt. Daraus ergibt sich, dass Käufer von nicht kopiergeschützter Musik, Filmen oder digitaler Bücher diese auf CD oder DVD brennen können, ohne eine explizite Zustimmung des Urhebers zu brauchen.
Weiterhin ist eine solche Zustimmung des Urhebers in gebotenen Fällen des Gemeinwohls entbehrlich, etwa in Unterricht und Forschung, öffentlichen Bibliotheken oder bei der Nutzung durch Behinderte.
Christian Caracas

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