So, war das nun die Keynote? Nein, Steve Jobs bringt noch ein „one last thing“. Dabei geht es um das iPhone. Zunächst jubeln die Entwickler, als Steve eine „süße“ Lösung zum Entwickeln auf dem iPhone verspricht, doch die Mienen versteinern sich schnell als die Anwesenden verstehen, was Steve Jobs wirklich damit meint. Es wird kein SDK (Software Development Kit) für das iPhone geben, vielmehr soll der geneigte Programmierer auf HTML, Javascript und AJAX zurückgreifen, um Web-Applikationen für Safari auf dem iPhone zu schreiben. Und auch hier erkennt man einen weiteren guten Grund für die Portierung von Safari nach Windows, denn Webkit ist sowohl auf dem Mac, als auch unter Windows und auf dem iPhone jeweils identisch. Mit Safari für Windows kann also theoretisch jeder Programmierer der Welt Web-Applikationen fürs iPhone entwickeln.
Dennoch bleibt ein schaler Beigeschmack: Web-Applikationen sind nicht dasselbe wie ein echtes SDK. Sie haben beispielsweise keinen Zugriff auf das Dateisystem des iPhone, können also keine Daten auf dem internen Flash-Speicher des Telefons ablegen oder von ihm laden. Das allein ist schon eine immense Einschränkung, die den Spaß an Entwicklungen für das iPhone verdirbt.
Auch wenn Apple ein gelungenes Beispiel für eine Web-Applikation zeigt, in diesem Fall eine Adressverwaltung, die nahezu identisch arbeitet, wie das im iPhone eingebaute Adressbuch, eine Web-Applikation kann nur auf Daten zurückgreifen, die im Internet liegen, das iPhone muss also mit dem Internet verbunden sein, will man solche Programme benutzen. Das mag in den USA noch vergleichsweise einfach sein, da die flächendeckende Versorgung mit meist kostenlosen Wlan-Hotspots in den großen Städten nahezu garantiert ist, in Europa sieht das ganz anders aus. Hier wird man als mobiler Internet-Kunde kräftig zur Kasse gebeten, was den Einsatz von Web-Applikationen auf dem iPhone sehr schnell zu einem teuren Vergnügen werden lässt.
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