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Programmvielfalt für gehackte iPhones

22.02.2008 | 12:30 Uhr |

Wer ein iPhone in den USA gekauft hat und es hier nutzen möchte, muss es ­hacken. Auch „legale“ Benutzer von iPhone und iPod Touch könnten vom ­riesigen kostenlosen Programmangebot der Entwicklergemeinde profitieren.

Mit der Vorstellung der Firmware 1.1.3 für iPhone und iPod Touch und dem kostenpflichtigen Programmangebot mit fünf zusätzlichen Applikationen für den iPod Touch hat Apple schon mal gezeigt, wie man sich die Nutzung und Installation von Software auf den Geräten vorstellt.

Seit der neuen Firmwareversion gibt es die Möglichkeit, sogenannte „signierte Programme“ zu installieren. Nur mithilfe eines Schlüssel-Algorithmus lässt sich via iTunes Software auf dem iPod Touch oder dem iPhone installieren. Sollte Apple den Weg konsequent weitergehen, müssten alle Entwickler, die ab Ende Februar Programme mithilfe des SDK entwickeln, Apple die Software zur Prüfung vorlegen und über den iTunes Store verfügbar machen. Dieses Modell wäre dann für Apple ein weiterer Weg, Erträge einzufahren.

Totale Kontrolle

Ähnlich wie beim Verkauf von Songs könnte das Unternehmen dann für die Vermarktung der Programme eine Gebühr erheben, welche noch zu den eventuell anfallenden Kosten für das eigentliche Programm hinzukommen würden. So zumindest vermuten Branchenbeobachter.

Als Argument könnte Apple geltend machen, dass neben der Vermarktung auch eine Art Endkontrolle durch Apple erfolgen würde, die es verhindert, dass schlecht programmierte Software die Datenintegrität der Endgeräte gefährdet. Ob Apples Geschäftsmodell so aussehen wird, steht noch in den Sternen. Es ist aber sehr wahrscheinlich.

Totale Freiheit

Aufseiten der Kundschaft haben sich bereits kurz nach der Vorstellung von iPhone und iPod Touch Anwender in sogenannten Dev-Teams zusammengetan, die im Wesentlichen zwei Ziele verfolgen. Zum einen will man das iPhone von der von Apple gewollten Providerbindung befreien, damit es sich mit jeder Sim-Karte betreiben lässt. Zum Zweiten will man kostenlose Programme auf iPhone und iPod Touch betreiben können. Beide Ziele sind erreicht worden. Selbst Apple musste zugeben, dass ein erheblicher Teil der verkauften iPhones offensichtlich nicht mit Verträgen und Sim-Karten der Apple-Partner betrieben wird.

Kostenlose Lösungen

Außerdem gibt es bereits seit Monaten Hunderte von Programmen für iPod Touch und iPhone. Die Downloadzahlen der verschiedenen Anbieter lassen darauf schließen, dass vielen Anwendern das Angebot an Programmen, das Apple zur Verfügung stellt, nicht ausreicht und dass man deshalb zu den meist kostenlosen Lösungen der verschiedenen Anbieter greift.

Wir wollen an dieser Stelle nicht auf den sogenannten Unlock, also auf das Entsperren des iPhone für die Nutzung beliebiger Sim-Karten eingehen, sondern auf die Programme, die es schon lange vor Erscheinen des Apple Software Development Kit für iPhone und iPod Touch (SDK) gab.

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