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Protokoll: Special Event in Cupertino

06.08.2007 | 15:37 Uhr

Apple hat in der "Town Hall" in Cupertino neue iMacs, iLife'08 sowie iWork'08 vorgestellt. Unsere Macwelt-Reporterin war vor Ort, wir haben über das Presse-Event live berichtet. Lesen Sie hier das Protokoll unseres Tickers.

Der Apple-Store ist down, die Massen schieben sich langsam in die Town-Hall und wir harren gespannt der Neuheiten, die Jobs heute Abend präsentieren soll

Heftiges Klatschen, der Meister betritt die Bühne und kündigt an: Die Mac-Verkäufe haben sich über die letzten Quartale nur gesteigert, Apple wächst dreimal so schnell wie der Rest der Industrie
Großen Anteil daran haben die portablen Rechner - mittlerweile 2/3 aller Macs. Es gibt aber jetzt neue iMacs mit neuen Gehäuse aus wesentlich besserem Material
Die Highend-Produkte sind stabiler und besser gegen Beschädigungen geschützt, davon soll der neue iMac profitieren, er ist noch dünner als der Vorgänger. Auf der Bühne steht zu Beginn ein verhülltes Gerät.

Neue iMacs

Und so sieht er aus, der neue iMac: USB 2.0, Firewire 400 und 800 an Bord, Slot-loading Superdrive-Laufwerk, iSight und Mikrofon. Es gibt ihn in Größen mit 20 und 24 Zoll, der erwartete 30-Zöller bleibt wohl noch ein Wunsch
Besonders stolz ist Jobs auf die leichte Erweiterbarkeit: Mit nur einer Schraube ist der iMac offen, Speicher austauschen, zuschrauben, fertig. Aufrüsten lässt er sich auf 1 Terabyte Festplatte und 4 GB RAM. Der Monitor verfügt über eine glatte Oberfläche, Apple bevorzugt das Glossy Display wegen der leuchtenderen Farben für Fotos und Filme. Der iMac verfügt über eine neue Tastatur, die dem Aludesign angepasst ist, über spezielle Tasten lassen sich Helligkeit, Exposee, Dashboard und Medien steuern. Drahtlose Tastatur und Maus sind ebenfalls verfügbar. Im iMac steckt ein Intel Core Duo Prozessor mit bis zu 2,4 GB Taktrate.
In den USA kostet der 24-Zöller 1799 US-Dollar, der 20-Zöller 1499 US-Dollar, eine abgespeckte Version des kleineren iMac ist für knapp 2000 US-Dollar erhältlich. Als Built to Order lässt sich der iMac auch mit 2,8 GB Taktrate bestellen. Als Grafikkarte dient eine ATI Radeon HD 2400XT.
Drahtlos kommuniziert der iMac nach dem schnellen Standard 802.11N, beziehungsweise Draft-n, denn das Protokoll ist immer noch ein Entwurf.

Und hier nochmal die 3 Konfigurationen auf einen Blick:
20 Zoll für 2000 US-Dollar: 2,0 GHz-Prozessor, 250 GB Festplatte,
20 Zoll für 1500 US-Dollar: 2,4 GHz-Prozessor, 320 GB Festplatte,
24 Zoll für 1800 US-Dollar wie beschrieben.

Alle 3 Modelle sind ab sofort verfügbar.

und nun gehts zum nächsten Thema:

iLife 08
Jobs lobt sich selbst: Apple habe als erster erkannt, dass der Computer zum Digitalen Hub wird und daher diesen Hub immer weiterentwickelt und treibe diese Entwicklung auch weiter voran. Die neue Version soll der größte Wurf bisher sein und schon gehts los mit iPhoto 08:

iPhoto 08

Neu sind dort Events, eine neue Art, Bilder zu organisieren. So nimmt man nicht mehr Alben, um seine Bilder zu sammeln, sondern Ereignisse wie Geburtstage, Feiern und so weiter.
Natürlich gibt es die Alben weiter. Neu ist auch eine bessere Suchfunktion, die um Datum, Keyword, und Bewertung erweitert wurde. Neue Bildbearbeitungsfunktionen gibt es auch, etwa, wie in Aperture, die Möglichkeit, Verbesserungen an einem Bild per Klick auf andere zu übertragen. Außerdem sind Alben und Kalender leistungsfähiger und Bilder lassen sich mit vorgegebenen Themen am eigenen Drucker ausgeben. Steve Jobs führt die neuen Funktionen live auf der Bühne vor, auf seinem neuen iMac scrollt er in Blitzgeschwindigkeit durch seine Bibliothek mit rund 5000 Fotos. Flott geht er durch 104 verschiedene Ereignisse wie Ferienorte, Parties, Ausflüge. Ein neues Feature erlaubt es, ein "Titelblatt" oder Icon für ein Ereignis definieren, indem man ein Bild aussucht, das als Titel das Ereignis symbolisiert. Wenn man mit der Maus über dieses Titelblatt oder Event-Icon fährt, kann man schnell alle zugeordneten Fotos sehen.

Während Jobs auf seinem neuen iMac herumwerkelt, ertönt immer wieder Szenenapplaus. iPhoto 08 glänzt noch weiter - und zwar mit einer verbesserten .Mac-Anbindung. Dass Apple seinem Service neue Funktionen spendieren würde, hatten die Spatzen schon von allen Dächern gepfiffen, jetzt sind sie also da. iPhoto-Galerien lassen sich mit einem Mausklick veröffentlichen.
Auf der Website können Besucher die Fotos als Übersicht oder als Diashow beobachten, Alles anscheinend so wie bei Picasa von Google. Andere Nutzer können Bilder zu einer existierenden Galerie hinzufügen, indem sie sie an eine speziellen Email-Adresse senden. Die Galerie wird automatisch mit einem Mac-Rechner synchronisiert, verspricht Jobs.
.Mac akzeptiert nun auch Bilder in hoher Auflösung.

Auch das iPhone ist nun in .Mac integriert. So lassen sich via iPhone Bildergalerien ansehen und über das Apple-Handy kann man auch Bilder in eine Galerie einfügen. Natürlich lässt es sich der Meister nicht nehmen, diese Features selbst vorzuführen. Das Einfügen via iPhone läuft ebenfalls über eine spezielle Mail-Adresse. Phil Schiller darf assistieren, um das Zauberkunststück .Mac Web Gallery vorzuführen. Das sei wahres Web 2.0, lobt Jobs.

1,7 Millionen Anwender greifen derzeit auf .Mac zu, zumindest hat Apple das gezählt. Anscheinend hätte Jobs gerne ein paar mehr für den Apple-Online-Dienst... Vielleicht hat er ja noch ein Angebot in petto, das den Einstieg auch finanziell erleichtert.

iMovie 08

Jetzt gehts aber weiter mit iMovie 08. Der Filmeditor sei komplett überarbeitet. Zu verdanken habe man das einem der Video-Ingenieure bei Apple, der einen Unterwasserfilm im Urlaub gedreht habe, es jedoch nicht geschafft habe, in Final Cut Pro einen fertigen Film daraus zu produzieren. Vor lauter Verzweiflung habe er ein neues Programm geschrieben, das die Aufgabe im Handumdrehen löste. Und das Ergebnis sei das neue iMovie - ein völlig neues Programm, daher habe es auch ein neues Icon.

Eine Bibliothek für sämtliche Filme, durch die man genauso schnell blättern kann wie durch Fotos in iPhoto. Akzeptiert sämtliche Videoformate, auch das bis dato für Mac-Anwender nicht zugängliche AVCHD. Das neue iMovie erlaubt superschnellen Videoschnitt, da sich die einzelnen Filme wie Texte und Bilder durchblättern lassen: Zusammenstellen, Musik und Effekte drunter legen, Titel und Übergänge einbauen, und zack, sei ein neuer Film fertig. Minutenschnell, professionelles Ergebnis.

Die Filme lassen sich überall ansehen, mit anderen teilen, für iTunes oder iPod konvertieren, auf dem Mac, via Apple-TV oder auch als .Mac-Galerie ansehen. Web 2.0 auch bei iMovie, die Videos lassen sich über eine eingebaute Funktion direkt auf Youtube veröffentlichen. Jobs vergleicht die Auswahl von Filmsequenzen mit der Auswahl von Text in einer Textverarbeitung. "so einfach ist das"

Je nach Wunsch lassen sich die Filme in unterschiedliche Auflösungen umrechnen. Große Auflösung heißt bessere Auflösung als auf DVD, man muss seine Filme also nicht mehr auf DVD an die Familie schicken, sondern kann sie der ganzen Welt via Youtube vorführen. Und so bastelt der Meister fleißig Urlaubsfilme zusammen, verlängert einzelne Clips, baut sie zusammen, fügt einen Red-Hot-Chili-Pepper-Song dazu und fertig ist das Snowboard-Movie in Fullscreen-Auflösung, hochgeladen auf den .Mac-Account. Filme lassen sich in hoher Auflösung und in "Mobile Resolution" online stellen, letztere ist natürlich für iPhone-Besitzer gedacht. Und natürlich lassen sich die Filme auch wieder von .Mac herunter laden.

Das Publikum ist begeistert, als Jobs verspricht, das sich Filme in 20 Minuten erstellen und publizieren lassen. Das Programm sei sehr durchdacht und so könnten noch viel mehr wunderbare Filme gemacht und mit anderen geteilt werden als bisher.

iWeb 08


Und weiter gehts mit iWeb 08. Hier gibt es jetzt Live Web Widgets. Mit ihrer Hilfe lassen sich Google Maps in die eigene Seite einbinden, mit einer Adresse versehen und online stellen. So lässt sich jedes HTML-Snippet in die eigene Site einbauen. Beispielsweise auch Youtube-Videos. Die Snippets setzt man mit Copy und Paste an die gewünschte Stelle . Ebenfalls integriert: Google Ad Sense Technologie. So kann man sich direkt aus iWeb bei Google Ad Sense anmelden oder einloggen, falls man dort schon einen Account besitzt. Per Drag and Drop lassen sich dann Text-Ads von Goolge in die eigene Seite übernehmen, so lässt sich nebenher im Web noch etwas Geld verdienen.

Apple befreit iWeb jetzt von einem .Mac Account. Bislang war der Voraussetzung, um komfortabel mit iWeb arbeiten zu können. Apple macht dies nun einfacher, man kann auch ohne .Mac-Account publizieren. Neu ist auch eine Index-Seite, die die verwendeten Medien zeigt. Einer schon erstellten Site kann man zudem nachträglich ein neues Aussehen verpassen, ohne dass man die Site neu programmieren muss.

iDVD und Garageband
Und weiter gehts. Auch iDVD und Garageband bekommen neue Funktionen. Apple hat die Performance verbessert und 10 neue Themen in iDVD eingebaut, Garageband hat auch ein paar Neuerungen erfahren, unter anderem Multi-Rekording und eine Funktion namens Magic Garage Band.
Das neue iLife ist auf allen neuen iMacs vorinstalliert, sonst kostet es 79 US-Dollar.

.mac bietet ab sofort 10 GB Speicherplatz, rund 10mal so viel wie bisher. Dass 1 GB nicht wirklich zeitgemäß war, übergeht Jobs elegant. Das Datenvolumen darf in der Grundversion bei 100 GB pro Monat liegen, die neuen Web-2.0-Funktionen von iPhoto und iMovie sollen ja auch genutzt werden. Der Preis beträgt weiterhin 99 US-Dollar pro Jahr, also nichts mit einem abgespeckten Angebot für Einsteiger.
iWork 08
Damit ist iLife durch und es geht weiter mit iWork 08. Traditionell hält Jobs seine Präsentationen in Keynote, jetzt darf er neue Funktionen vorführen. Neue Texteffekte, neue Übergänge und eine Funktion namens Instant Alpha, die einfach den Hintergrund von Bildern entfernen soll, also eine Art automatischer Freisteller, gehören zu den Verbesserungen. Pages hat jetzt zwei Ansichten, eine für die reine Textverarbeitung, die andere zum Layouten von Dokumenten, das Apple jetzt mit 140 Vorlagen unterstützt. Smart Builds heißt eine weitere Neuheit, mit ihr fügt man Fotos in eine Palette, die daraufhin automatisch Präsentationsfolien mit animierter Effekten erzeugt.

Und was fehlte iWork bislang?? Eine Tabellenfunktion. Und da ist sie nun. Unter dem Namen Numbers soll sie Excel Paroli bieten, so einfach zu bedienen sein wie Pages und Keynote. Dazu bietet sie intelligente Tabellen, die sich automatisch sortieren, wenn man auf den Tabellenkopf klickt, Fotos und Diagramme sollen sich einfach in Tabellen einbinden lassen.
Update: Flexible Arbeitsblätter lassen sich übereinander legen und miteinander verknüpfen. Zudem enthält Numbers alle Grundfunktionen wie Charts, BIlder, Text, Label und den Import von Fotos und Diagrammen. Laut Jobs lassen sich praktisch alle Excel-Dokumente importieren – na ja, das hat er von Pages und Word auch gesagt....

iWork 08 kostet genauso viel wie iLife 08, also 79 US-Dollar, verfügbar ab sofort - und natürlich sind beide Applikationen kompatibel mit Leopard. Und das scheint die elegante Überleitung zu sein. Kommt jetzt der endgültige Termin für die Veröffentlichung?

Während über München ein Gewitter niedergeht und hier die Tastaturen qualmen, unterhält sich Jobs mit dem Publikum. Viele Fragen zum Stand der Apple-Aktien, einer fragt, warum Apple keine "Intel Inside"-Aufkleber auf den Macs habe. "Wir finden unsere eigenen Aufkleber besser", kontert Jobs, die Leute wüssten sowieso, dass in den Rechnern ein Intel-Prozessore stecke. Gut gebrüllt, Löwe, finden wir.

Und während wir noch fürchten, damit habe es sich für heute, gibt es doch noch "one more thing". Auf eine Frage erwähnt Jobs, dass auch der Mac Mini ein Update bekommen habe, allerdings war es nicht aufwendig genug, um in der Keynote erwähnt zu werden. Daten gibt es keine, die müssen wir wohl später aus dem Apple Store abholen. Immerhin gab es ja auch Befürchtungen, die Tage des kleinen Rechners seien gezählt - die haben sich zumindest nicht erfüllt.

Auch wenn die Leute immer mehr portable Rechner kauften, seien die Desktop-Macs nach wie vor wichtig für Apple. Jobs sieht vor allem für den iMac eine starke Zukunft - sonst hätte es ja auch keine neuen Modelle gegeben. Mittlerweile teilt sich Jobs die Bühne mit COO Tim Cook und Marketing-Chef Phil Schiller, geht der Abend jetzt in Geplauder zu Ende oder erfüllt sich die Hoffnung auf einen letzten Knaller?

Cook sagt nochmal, Apple wachse dreimal so schnell wie der Rest der Industrie, über Apple-TV will Jobs aktuell nichts sagen, kündigt aber bald Neuigkeiten für die Medienbox von Apple an. Die Zusammenarbeit mit Google sei eng und fruchtbar, Google mache einige außergewöhnliche Applikationen, die man an die eigenen Produkte anbinde.

Das ungewöhnliche Frage-und-Antwort-Spiel ist wohl Zugeständnis an das illustre Publikum, das sich aus Journalisten und Analysten zusammensetzt, bei einer Keynote antwortet Jobs auf keine Fragen aus dem Publikum. So verrät er noch, dass die Multitouch-Technologie bei den Macs wohl keinen Einzug halten werde, er sehe momentan keinen Sinn in einer solchen Erweiterung. aber man könne das ruhig als Forschungsprojekt titulieren.

Letzte Frage: Eigentlich spreche Apple den feinen elitären Markt an, doch gäbe es Anlass zur Vermutung, das Unternehmen ziele nur noch auf den Massenmarkt. Sei es Apples Ziel, den PC in Markanteilen zu überholen?

Da weiß Jobs doch noch einen abschließenden Satz: "Unser Ziel ist es, den besten PC auf der Welt zu machen, und etwas zu produzieren, was wir Freunden und der Familie empfehlen können. Wie können keinen Müll verschiffen. Unsere Produkte haben keine Premium-Preise. Zieht man die ganzen Extras ab, sind unsere Preise wettbewerbsfähig. Wir bieten keine abgespeckten Systeme an, wir vergleichen fair."

Und mit diesem Schlusswort bedankt er sich bei seinen Gästen. Wir danken unserer Reporterin Siri Schubert vor Ort, ich danke meinen Souffleuren Sebastian Hirsch und Martin Strang und wünsche noch einen vergnüglichen Abend.

PS. Und einen schönen Gruß an unseren Webmaster, der auf einer friesischen Insel den Weißbierkonsum steigert - das nächste Mal ist er wieder dran!

Die Vertretung: Marlene Buschbeck-Idlachemi













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