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Provider sollen nicht 'Blockwarte des Internet' werden

18.08.2003 | 12:04 Uhr |

Die Forderung des GEMA-Vorstandes Jürgen Becker, Internetprovider sollen die Musikindustrie bei der Wahrung von Urheberrechten unterstützen und persönliche Daten von Tauschbörsenmitgliedern zur Verfügung stellen, hält der virtuelle Ortsverein (VOV) der SPD für inakzeptabel.

Die Privatsphäre von Musikkäufern darf in der Bundesrepublik nicht zur Disposition stehen", heißt es in einer Presseerklärung. Der Vorschlag der GEMA, den Becker auf der Musikmesse Popkomm unterbreitet hat, sieht der VOV als eine Aufforderung zur Bespitzelung der Bürger, Zugangsprovider verkämen zu "Blockwarten des Internets". Bei allem Verständnis für das Anliegen der GEMA, ihre kommerziellen Interessen zu wahren, sieht der VOV es jedoch als geschmacklos an, wenn Becker eine Unterstützung der Provider wie bei der Bekämpfung von Kinderpornographie und rechtradikalen Inhalten wünscht, dieser Vergleich ginge zu weit.
Eine ebenfalls von der GEMA geforderte Erhöhung der Vergütung für Privatkopien erteilt der Arbeitskreis Sozialdemokraten im Internet eine klare Absage. Die Umsatzeinbußen der Musikindustrie lägen an Missmanagement, Musikhörer dafür bezahlen zu lassen, sei "schlichtweg eine Unverschämtheit".

Info: Arbeitskreis Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten im Internet

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