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Prozessorwechsel könnte Windows-Entwickler an den Mac locken

07.07.2005 | 11:33 Uhr |

Auch wenn manche Entwickler – gerade aus dem Spiele-Bereich – fürchten, mit dem Prozessorwechsel an Windows zu verlieren, sieht das Arnold Reinhold vom US-Amerikanischen IT-Beratungsunternehmen Hurwitz & Associates anders.

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In einem spannenden Beitrag, den Reinhold bei IT-Director.com veröffentlicht hat, legt er dar, dass viele Windows-Entwickler nach dem Umstieg auf Intel interessiert daran sein dürften, für den Mac zu entwickeln. Wichtigster Stolperstein bei der Entwicklung für Mac und Windows ist derzeit das so genannte Endian Problem . Während Motorola-Prozessoren und damit das Mac-OS das Big-Endian-System verwenden, setzen bisherige PC-Systeme auf Little Endian. Dies führte beispielsweise in der Vergangenheit immer wieder zu Inkompatibilitäten zwischen Virtual PC und neuen Macs (etwa bei der Einführung des Power Mac G5).

Normalerweise sollten gute Programmierer ihre Software Endian-unabhängig schreiben, so Reinhard, tatsächlich führe das Problem aber immer wieder zu ärgerlichen Bugs, die mühsam behoben werden müssten. Wenn mit Apples Umstieg auf Intel-Systeme dieses Hindernis wegfalle, sollten Windows-Entwickler zum Mac wechseln, allein um sich aus ihrer Abhängigkeit von Windows zu befreien.

Auch wenn Rosetta nicht darauf ausgelegt ist, Windows-Software am Mac zum Laufen zu bringen, schließt Transitive, der Entwickler von Rosetta, solch eine Möglichkeit mittelfristig nicht aus. Dies sei jedoch „a bit of work“ also viel Arbeit. Reinhold sieht darüber hinaus in Wine, einem Open-Source-Emulator, der Windows-Software auf x86er Linux-Systemen zum Laufen bringt, einen weiteren Weg, Windows-Software auf Intel-Macs zu bringen. Eine Wine-ähnliche Software für „Mactel“ hält Reinhold durchaus für realisierbar.

Da der Umstieg auf Intel-Prozessoren Apple neue Möglichkeiten für Consumer-Produkte erschließe, könne sich das Unternehmen auch endlich wieder dem widmen, was es Reinholds Meinung nach am Besten könne: Neue Funktionalitäten zu bieten, die man zuvor zwar nie vermisst habe, die man aber von dem Moment an, wo man sie „in Action“ gesehen habe, unbedingt wolle.

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