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Psion baut keine Handhelds für Endkunden mehr

11.07.2001 | 00:00 Uhr |

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der britische Handheld-Anbieter Psion Plc. kündigt nach einer "intensiven Überprüfung seiner Geschäftsbereiche" an, er werde sich künftig auf drei Bereich fokussieren: Industrial- und Enterprise-Segmente (Psion Teklogix), "innovative Märkte und Anwendungsfelder" des Bereichs Psion Digital sowie das strategische Investment in Symbian.

Damit ist für die Endkunden-orientierte Handheld-Produktpalette ("Series 5mx", "Series 7", "Revo") das Todesurteil gesprochen - selbst wenn die Geräte laut Psion zunächst weiterhin vermarktet werden. Nur das Betriebssystem Epoc lebt weiter, von Symbian für den Handy-Einsatz optimiert. Die für die zweite Jahreshälfte angekündigten Bluetooth-PDAs und -Connectivity-Produkte wird es nicht mehr geben, lediglich das für Unternehmensanwender gedachte Subnotebook "Netbook" wird weiterentwickelt. Im Zuge der Restrukturierung des Bereichs Psion Digital werden 250 Stellen gestrichen.

Psion-CEO (Chief Executive Officer) David Levin geht davon aus, dass Psion Teklogix dank seiner Unternehmensausrichtung sein Wachstum trotz der US-Konjunkturflaute fortsetzen kann. Der Bereich werde im kommenden September "eine neue Familie von Industrial-Produkten" auf den Markt bringen, kündigte Levin an. Firmengründe und Chairman David Potter erklärte ergänzend: "Die IT-Industrie erfährt derzeit ihren schlimmsten Einbruch seit 1985. Es ist unabdingbar, dass Psion den schärfsten Ansatz zur Kostenkontrolle fährt und dabei die Abhängigkeit von übersättigten Commodity-Märkten vermeidet."

Düster fällt auch die Prognose von Hans Stadler aus, Geschäftsführer der deutschen Psion GmbH in Bad Homburg. Er rechnet aufgrund des anhaltend rückläufigen Wirtschaftswachstums und gestiegener Verbraucherpreise mit einem weiteren Absatzrückgang. "Dieser Entwicklung werden wir ebenfalls mit deutlichen Kostensenkungsmaßnahmen auf breiter Ebene begegnen", kündigte Stadler an. Um Entlassungen kommt also auch Psions deutscher Ableger nicht herum. Bestimmte Aktivitäten, beispielsweise Logistik, werden man auslagern. Support und Service für die im Markt befindlichen Geräte seien aber garantiert.

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