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Psystar wirft Apple in Gegenklage Monopolismus vor

27.08.2008 | 11:04 Uhr |

Psystar macht ernst: Das kleine Unternehmen will Apple an die Wand drängen und greift mit einer Kartellrechts-Klage an.

Nachdem sich die Anwälte des Mac-Klon-Herstellers Psystar im Rechtsstreit mit Apple bisher nur auf Anträge auf Fristverlängerung beschränkt haben, kommt in das Verfahren nun Bewegung. Psystar holt als Reaktion auf Apples Klage zum Gegenangriff aus und reicht seinerseits eine Klage gegen das Unternehmen aus Cupertino ein.

Apple wirft Psystar in erster Linie vor, mit dem Verkauf von eigener Hardware mit Mac-OS-X-Installationen gegen die Lizenzvereinbarung des Betriebssystems zu verstoßen. Psystar möchte sich wiederum mit der Gegenklage gegen die Lizenzvereinbarung selbst wehren, um Apples Klage gegenstandslos zu machen. Mit der Bindung des Betriebssystems an Apples eigene Hardware verstoße das Unternehmen gegen den Clayton Antitrust Act und den Sherman Antitrust Act, zwei US-Bundesgesetze gegen wettbewerbsbeschränkende Maßnahmen. Apple missbrauche, so Psystars Argumentation, seine Urheberrechte, um einen monopolähnlichen Zustand herzustellen. Wie im Vorfeld vermutet entscheidet sich Psystar also offenbar in der Tat dazu, den Verstoß gegen die Lizenzvereinbarung gar nicht erst in Frage zu stellen.

Stattdessen stützt sich der neue Kläger ganz auf wettbewerbsrechtliche Überlegungen. Apple wird innerhalb von dreißig Tagen auf Psystars Klage reagieren müssen, um sich gegen die Vorwürfe zu wehren. Ob die Klage Erfolg hat, bleibt abzuwarten. Nach EU-Recht hätte Psystar mit dieser Argumentation vermutlich kaum Chancen, dazu braucht ein Unternehmen eine "markbeherrschende" Position, die bei einem einstelligen Marktanteil kaum gegeben sein dürfte. Die Chancen Psystars dürften überaus gering sein.

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