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Psystars Open Computer im Testlabor

15.05.2008 | 09:15 Uhr |

Der inoffizielle Mac-Klon des US-amerikanischen Händlers Psystar hat für viel Aufsehen gesorgt. Mittlerweile sind einige Geräte getestet worden und sorgen für ein ernüchterndes Fazit.

Der Open Computer von Psystar
Vergrößern Der Open Computer von Psystar
© Psystar

"Ein Mac für 400 Dollar". Diese Ankündigung machte Schlagzeilen. Dabei handelt es sich um einen gewöhnlichen PC mit Standardkomponenten. Der wesentliche Unterschied: Psystar liefert den Open Computer auf Wunsch mit vorinstalliertem Mac-OS X aus. Dass OS X mit einigen Tricks auch auf normalen PCs laufen kann ist bekannt. Ein Händler, der sich traute, die Rechner selbst mit dem Apple-Betriebssystem zu bestücken und offiziell so zu verkaufen: das war neu.

Unsere amerikanischen Kollegen von Macworld haben sich einen Open Computer bestellt und ihm auf den Zahn gefühlt. Wie schlägt sich der inoffizielle Mac-Konkurrent in der Praxis? Ernsthafter Konkurrent, ein Mac für alle oder alltagsuntaugliche Bastelkiste?

Der Open Computer

Im Inneren des Open Computer steckt ein Core 2 Duo von Intel. Dabei handelt es sich nicht um die besonders sparsamen Mobilvarianten, wie im iMac oder Mac mini, sondern um die günstigere Desktopversion des Prozessors. Zwei Gigabyte RAM und eine Festplatte mit 250 Gigabyte Speicherplatz ergänzen die Ausstattung. Die Grafikausgabe übernimmt ein On-Board-Chip von Intel, der sich den Grafikspeicher vom Hauptspeicher abzwackt. Firewire und WLAN sind aufpreispflichtig, machen zusammen zusätzliche 140 Dollar aus.

Auf Wunsch ist der Mac-Ersatz auch mit doppeltem Arbeitsspeicher und doppelter Festplattenkapazität zu haben. Gegen 110 Dollar bekommt der Rechner eine Nvidia Geforce 8600 GT, die gegenüber dem Standardchip einen deutlichen Leistungssprung verspricht. 2,66 GHz statt der serienmäßigen 2,2 GHz sind ebenfalls möglich. Auch OS X kostet extra: 155 Dollar will der Händler für das vorinstallierte Betriebssystem. Bluetooth oder ein Fernbedienung wie die Apple Remote gibt es nicht.

Die Version, die sich Macworld in die Redaktion kommen ließ, ist mit der optionalen Firewire-Karte und der Geforce-Grafikkarte ausgestattet. OS X wollten die Tester selbst installieren, der Händler Psystar riet ihnen jedoch dringend davon ab. So kostete die bestellte Konfiguration insgesamt 715 US-Dollar - rund 460 Euro.

Der erste Eindruck

Nach Aussage von James Galbraith, Redakteur bei Macworld, wurde der Rechner ist einem Pappkarton mit Schaumstoffflocken geliefert, jedoch ohne weitere Verpackung. So musste der Open Computer zunächst von einigen Rückständen des schützenden Materials befreit werden. Der erste Start - besser Startversuch - brachte Ernüchterung. Ein Kabel im Inneren des Rechners hatte verhängnisvollen Kontakt zu einem Lüfter, was sich in lautem Rattern äußerte. Auch nachdem das Problem behoben war, sei der Rechner vor allem eines gewesen: laut. "Sie möchten diesen Rechner nicht auf Ihrem Schreibtisch stehen haben" warnt Galbraith.

Psystar verspricht inzwischen, andere Lüfter zu verwenden. Offenbar funktioniert die Lüftersteuerung nicht und die Propeller laufen deshalb immer mit voller Drehzahl.

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