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Pünktlich im Mai: DRM-Freiheit für Musik von EMI

23.05.2007 | 15:56 Uhr |

Noch im Mai", hieß es vor beinahe zwei Monaten, wolle EMI Musiktitel im iTunes-Store DRM-frei anbieten. Nun neigt sich der Wonnemonat langsam aber sicher dem Ende zu, in Apples Musikangebot aber stehen bislang weder "Premium Downloads" in besserer Qualität und ohne Kopierschutz zum Download bereit, noch lässt sich für 30 Cent pro Titel der DRM-Schutz bereits gekaufter Musik entfernen.

Der Musikriese EMI ist inzwischen auf Grund ganz anderer Meldungen in den Nachrichten: Am Montag hat das britische Unternehmen dem Kauf durch eine Gruppe von Finanzinvestoren zugestimmt. Wird dieses Geschäft die DRM-Freiheit im iTunes Store verzögern? Auf Nachfrage von macnews.de bekräftigt Apple: Die EMI-Titel ohne Kopierschutz werden pünktlich in diesem Monat im iTunes Store Einzug halten. Und zwar weltweit.

Wenn Apple diesen Monat noch DRM-freie Titel im iTunes Store anbieten will, dann bietet sich als Datum für den Start der 29. Mai an - schließlich lanciert Cupertino Neuigkeiten im iTunes Store für gewöhnlich an Dienstagen. An diesem letzten Dienstag im Mai könnte auch in Deutschland wahr werden, was sich Steve Jobs vor über drei Monaten in einem offenen Brief gewünscht, was die EU verlangt hat und was zahlreiche bestehende und bislang vom Kopierschutz abgeschreckte Kunden schon seit Jahren herbeisehnen.

Doch von den vier großen Musikanbietern weltweit bleiben auch dann noch immer drei übrig, die sich keine Welt ohne Digital Rights Management vorstellen können: Universal, Sony/BMG und die Warner Music Group. Die Zukunft des seit 1931 bestehenden Londonder Traditionsunternehmens EMI ist einmal mehr ungewiss: Am vergangenen Montag Nachmittag gab es den Verkauf an die britische Gesellschaft Terra Firma bekannt - für rund 4,8 Millionen Euro. Nun liegt der anscheinend vereinbarte Kaufpreis von 2,65 britischen Pfund pro Aktie deutlich unter den 3,20 Pfund, die Mitbewerber Warner noch vor knapp einem Jahr geboten hatte. Dennoch sei das "viel Geld", schreibt Welt Online und liefert mögliche Gründe für die Höhe des Angebots: "Finanzinvestoren wie Terra Firma interessieren sich vor allem deshalb für EMI, weil das Unternehmen aus zwei Geschäftsbereichen besteht, die problemlos getrennt und weiterverkauft werden können."

Gewinn macht vor allem der Bereich "EMI Music Publishing", der Verwertungsrechte für Rundfunk und Fernsehen vertreibt. Deutlich weniger erfolgreich ist die Sparte "EMI Music", unter der sich das CD-Geschäft und mehrere Musiklabels zusammengefasst finden. Es wäre vorstellbar, dass EMI Music bald wieder als Übernahmekandidat für einen Mitbewerber zu Verfügung steht. Weiterhin kommt als Käufer vor allem der viertgrößte Anbieter Warner in Frage. Die Fusion der zwei größten, Universal und Sony BMG, ist auf Grund kartellrechtlicher Bedenken bereits im Sommer 2004 gescheitert und auch ein Zusammenschluss mit EMI könnte zu Schwierigkeiten führen. Sollte eine Hochzeit von Warner und EMI aber bevorstehen, dann würden zwei sehr unterschiedliche Geister aufeinander treffen: Der stärkste DRM-Befürworter mit dem ersten, der den Kopierschutz signifikant gelockert hat. Wäre ein Rosenkrieg um den DRM-Schutz vorprogrammiert? Während Universal und Sony den Einsatz von DRM nach eigenen Angaben zumindest überdenken, scheint Warner jedenfalls hart bleiben zu wollen, so die Kampagne DefectiveByDesign .

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