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"Puma auf Koffein"

13.09.2001 | 00:00 Uhr |

Mit Mac-OS X 10.1 zieht eine Sun-Technologie in das Apple-Betriebssystem ein, die Softwarenutzung über das Internet ermöglicht.

München/Macwelt - Offiziell hat Apple das große Update seines neuen Unix-Betriebssystems mit dem Codenamen "Puma" noch nicht veröffentlicht. Die Entwickler arbeiten aber zur Zeit aber fieberhaft daran, den von Steve Jobs auf der Macworld Expo in New York bekannt gegebenen Premierentermin Ende September einzuhalten.
Wie in einem Mantra betont der Apple-Boss immer wieder, "Performance, performance, performance" sei das oberste Ziel für das erste große Update, das zudem die "Power to burn" und einen DVD-Player beinhalten soll.

Doch ist ab Mac-OS X 10.1 auch eine Entwicklung von Sun namens "Java Web Start" Bestandteil des neuen Betriebssystems. Nach der Installation des "Pumas" findet man im Utilities-Verzeichnis des Ordners "Programme" dem entsprechend ein neues Icon. Über einen Doppel-Klick lassen sich von dort aus spezielle Java-Programme aufrufen.
"Java Web Start" basiert auf Java 2, die Technologie von Sun versteht sich als ein neuer Ansatz Programme, über das Internet bereit zu stellen. Anwender können mit "Java Web Start" Applikationen über das Web starten, ohne dass man diese vorher lokal auf dem Rechner installieren muss. Mit dieser Art von Web-Distributionen sollen lange Suchen nach aktuellen Programmversionen, zeitraubende Downloadvorgänge und problembehafte Installationsroutinen der Vergangenheit angehören.
Der Programmstart ist vergleichbar mit dem Aufruf eines webbasierenden E-Mail-Clients oder einer Terminverwaltung, bei der der Browser den komplexen Vorgang von Download, Start und Konfiguration der Anwendung übernimmt.

Der Startvorgang lässt sich bei "Java Web Start" auf verschiednen Wegen auslösen. Einmal über den Klick auf einen Link in einem Browserfenster und zum Anderen über den Application Manager von Web Start. Bei dessen Aufruf greift dieser auf voreingestellte Web-Seiten zu und durchsucht diese nach startfähigen Java-Programmen. Lassen sich dort entsprechende Dateien mit dem Suffix "JNLP" lokalisieren, erhält der Anwender die Wahlmöglichkeit, welches Programm er benutzten möchte. Nach einem Klick beginnt der Application Manager mit dem Download in einen Zwischenspeicher. Nahezu simultan startet die Applikation über das Web. Als Ablageort wählt die Sun-Entwicklung ein eigenes Verzeichnis im lokalen Benutzerordner mit dem Pfad ".../.javaws/cache". Die Ladezeit soll nach Angaben von Sun dank relativ kleiner Datenpakete kurz sein. So braucht der erste Start des Standardprogramms "Slide Show 2.0 for Java" auch mit einer 56k-Anbindung nur zirka eine Minute, bis der Downloadvorgang komplett abgeschlossen und das Programm geladen ist. Eine etwas längere Wartezeit muss man jedoch bei Applikationen in Kauf nehmen, die man erstmals über "Java Web Start" aufruft. Bei allen anderen verkürzt sich der Startvorgang dank der lokalen Speicherung erheblich. Der Applikation Manager prüft dann lediglich nach, ob sich auf dem Web-Server neuere Versionen des Programms befinden und startet die Programme ansonsten von der internen Platte. Ältere Version erhalten automatisch ein Update. Der Anwender arbeitet also immer mit Softwaretiteln, die sich auf dem neuesten Stand befinden. Darin sieht Sun auch den entscheidenden Vorteil dieser Art der Software-Distiribution über das Internet. In großen Arbeitsgruppen kann man so gewährleisten, dass immer die aktuellen Softwareversionen zum Einsatz kommen, ohne vorher große Update-Prozedere durchgeführt zu haben. Als Einstellungsmöglichkeiten bietet der Application Manager das Löschen des Download-Cache, eine Wahlmöglichkeit zwischen verschiedenen Java- Laufzeitenumgebungen (JRE), die Angabe eines speziellen Proxy-Servers und die Darstellung einer eigene Java-Konsole.

Web-Start greift nicht nur auf alle in Java 2 implementierte Sicherheitsvorkehrungen zurück, die Entwickler haben sich darüberhinaus Gedanken über mögliche Lücken gemacht. So laufen alle Applikationen, die man über "Java-Web-Start" ausführt, in einer abgeschotteten Umgebung, der sogenannten "Sandbox", aus der sie nur eingeschränkten Zugriff auf Daten und Netze haben.

Zur Zeit gibt es allerdings nur eine begrenzte Anzahl von Java-Programmen, die auf der Web-Start-Technologie basieren. Auf der im Applications Manager definierten Standard-URL für Remote-Anwendungen, der Apple-Entwickeler-Seite , ist nur das Programm "Slide Show 2.0 for Java" zu haben. mit dem sich kleine Bildvorträge realisieren lassen . Eine weitere Auswahl findet man unter einer speziellen Rubrik der Sun Web-Seite . Unteranderem lassen sich dort das Zeichenprogramm Draw 4 und eine für die Verwaltung von Notizen entwickelte Anwendung namens Notepad kostenlos beziehen. Ebenso findet man dort kleine Spiele und Swing Set 2, mit dem Designer verschiedene Buttons für Web- oder Multimediaauftritten entwerfen. mh

Info: Apple , Sun

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