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Ministerpräsident Tillich gegen Sonderhilfen für Qimonda

09.02.2009 | 10:16 Uhr |

Der Freistaat Sachsen wird sich nicht an dem insolventen Chiphersteller Qimonda beteiligen. Im Gespräch mit der Zeitschrift «SuperIllu» (Sonntag) lehnte Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) eine Beteiligung des Freistaates an dem Tochterunternehmen des Infineon-Konzerns ab.

Dies würde nicht zur Lösung des Problems beigetragen, sondern nur das Land in die Verantwortung für eine Situation bringen, die es nicht zu verantworten habe, sagte der CDU-Politiker.

Das Interesse des Freistaates sei es, die qualifizierte Mitarbeiterschaft am Standort Dresden und den technologischen Vorsprung, den sich Qimonda in den letzten Jahren erarbeitet habe, zu erhalten, sagte Tillich. Durch die Insolvenz seien allein im Dresdner Werk 3200 Arbeitsplätze akut gefährdet. Zu deren Rettung sei der Freistaat bereit, im Rahmen des beihilferechtlich Zulässigen einen Investor bei der Herstellung neuentwickelter Produkte finanziell zu fördern - «so wie er dies bei jedem anderen Unternehmen tun würde», so Tillich.

Eine massive Überproduktion hatte den Preis für Speicherchips vor mehr als einem Jahr einbrechen lassen. Seitdem schreibt die Branche tiefrote Zahlen. Viele Hersteller überleben nur dank staatlicher Hilfen. In Deutschland war das Rettungspaket für Qimonda jedoch gescheitert, weshalb das Unternehmen Mitte Januar Insolvenz anmelden musste. Rund 12 200 Mitarbeiter sind weltweit betroffen, allein im Dresdner Werk rund 3200. (dpa)

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