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Prozess

Qualcomm will Dokumente von Apple und Samsung

12.01.2016 | 11:41 Uhr |

Der Chip-Hersteller aus San Diego will per Gerichtsbeschluss Dokumente von Apple, Samsung und anderen erhalten, um sich für einen Kartellprozess in Südkorea zu wappnen.

Qualcomm fordert von einem Bundesgericht in den USA Anordnungen an Apple , Samsung und andere große IT-Unternehmen, dem Chip-Hersteller aus San Diego Einblick in interne Dokumente zu gewähren. Hintergrund ist ein bevorstehender Kartellprozess in Südkorea, der Qualcomm nicht nur ein hohes Bußgeld bescheren könnte, sondern auch die Verpflichtung zur Änderung seines Geschäftsmodells. Qualcomm verkauft seine Chips nicht nur an Smartphonehersteller wie Apple und Samsung, sondern lizenziert die verwendeten Techniken darüber hinaus - so verdient Qualcomm nicht nur einmalig an dem Chip, sondern auch an jedem verkauften iPhone oder Galaxy mit. Auch Intel, Texas Instruments, Broadcom, Via Technologies und die US-Niederlassung von MediaTek sollen laut Eingabe an das Gericht dem Kläger Qualcomm Einblick in ihre Geschäftsunterlagen gewähren.

Die koreanische Kartellbehörde wirft Qualcomm vor, die Lizenzverträge in unfairer Weise verhandelt zu haben, das Unternehmen erhofft sich von dem geforderten Einblicken Argumente für seine Verteidigung. Der Prozess ist aber nicht der erste gegen Qualcomm, auch die EU-Kommission untersucht das entsprechende Geschäftsgebaren. Als Folge eines vergleichbaren Verfahrens in China musste Qualcomm vor gut einem Jahr eine Strafzahlung in Höhe von 975 Millionen US-Dollar leisten.

Von Qualcomm stammt unter anderem der LTE-Chip in den aktuellen iPhones .

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